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19.11.2015

20:30 Uhr

Musterdepots

Die Zeichen für die Zinswende stehen auf Grün

Die amerikanische Notenbank Fed werde den Zins schon bald erhöhen, glaubt Handelsblatt-Autor Daniel Hupfer. Allerdings macht er sich keine großen Sorgen. Wie viele Börsianer rechnet auch er mit einer sanften Zinswende.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Signale für einen ersten Zinsschritt der US-amerikanischen Notenbank Fed im Dezember stehen auf grün. Wie aus dem gestern Abend veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses (FOMC) im Oktober hervorgeht, dürften die Bedingungen für die erste Zinsanhebung seit fast zehn Jahren wohl erfüllt sein. Nachdem die jüngsten Konjunkturdaten wieder erfreulicher ausgefallen sind und zudem der Arbeitsmarktbericht einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote offenbarte, hält einzig das Sorgenkind Inflation die Fed von einer Zinserhöhung ab.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Allerdings zeichnet sich auch hier Besserung ab: Die Löhne der Beschäftigten sind zuletzt stärker gestiegen, während die allgemeine Teuerung bedingt durch die stark gefallenen Ölpreise allerdings gering bleibt. Die Kerninflation, die den grundlegenden Preistrend beschreibt und ausschlaggebend für das Inflationsziel der Fed ist, bewegt sich aber langsam auf das Ziel von zwei Prozent zu. Die Fed-Fund-Futures haben im Gegensatz zum letzten Monat mittlerweile für den Dezember einen Zinsschritt von 0,25 Prozent nahezu eingepreist.

Ausfällig ist, dass sich das Sitzungsprotokoll relativ intensiv mit der Fragestellung beschäftigt wie hoch der „normale“ oder gleichgewichtete Zinssatz sein sollte. Das FOMC stellte fest, dass der aktuelle gleichgewichtete Zins nahe null und damit zu niedrig sei.

Die Diskussion um den gleichgewichteten Zins legt nahe, dass die Fed möglicherweise erheblich weniger Zinsschritt anstrebt, als sie das früher kommuniziert hat. Dies ist insofern relevant, als dass bislang immer davon ausgegangen wurde, dass die Fed am Ende, wie auch schon in früheren Zinserhöhungszyklen, einen gleichgewichteten Zinssatz von mindestens 3,5 Prozent anstrebt. Die Fed-Fund-Futures sind zwar im Vergleich zum letzten Monat moderat angestiegen, legen aber nahe, dass bis Ende 2017 lediglich ein Zinssatz von 1,25 Prozent eingepreist ist. Die Aussicht auf eine gemäßigte Zinserhöhung sorgte für Erleichterung an den Finanzmärkten. Der Dow-Jones und der Nikkei schlossen fester und auch der Dax startete heute Morgen deutlich höher in den Handel.

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