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27.08.2014

07:00 Uhr

Musterdepots

Draghi sieht Zinsen langfristig unten

Alexander Kovalenko hat sich EZB-Chef Draghis Vortrag in Jackson Hole noch einmal genauer angeschaut. Ein Punkt dürfte den klassischen deutschen Sparer so gar nicht erfreuen. Daniel Hupfer setzt auf deutsche Auto-Titel.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi hat bei seinem Vortrag in Jackson Hole unter anderem eine interessante Folie präsentiert, wonach die kurzfristigen realen Zinserträge in der Eurozone mindestens bis 2020 beziehungsweise noch länger deutlich negativ bleiben werden. Dies bestätigt noch einmal unsere häufig wiederholte These, dass an dem europäischen Zinsmarkt bis auf wenige Segmente, wie zum Beispiel den High-Yield-Markt, mittelfristig keine nennenswerten Erträge zu erzielen sind.

Das Niedrigzinsumfeld trifft vor allem den klassischen Sparbuchanleger, der real für seine Bankeinlagen zahlen muss. Die Durststrecke bei den Zinserträgen in Europa wird fast unausweichlich dazu führen, dass die anderen Assetklassen und vor allem die Sachwertanlagen steigen werden.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die deutschen Anleger scheinen aber diese Chance zu verpassen: Sie haben in den letzten fünf Jahren ihre Tages- bzw. Termingelderkonten um 100 Prozent erhöht und parken dort aktuell etwa 2000 Milliarden Euro. Der Dax hat sich wohlbemerkt im gleichen Zeitraum fast verdoppelt.

Man ist offensichtlich bereit, für die vermeintliche Sicherheit zu zahlen und auf solide Rendite über Unternehmensbeteiligungen zu verzichten. Wir halten es für falsch und empfehlen mindestens einen Teil des Vermögens, der nicht zu kurzfristigen Liquiditätszwecken benötigt wird, in Aktien zu investieren.

Wie dies gestaltet werden kann, zeigt unser Musterdepot, das aus einem Aktienkernportfolio und fünf wikifolios besteht. Zu unseren Ziel-wikifolios gehören „Kurschancen bei Turnaround-Kandidaten“ (WKN LS9AGM), „USD Opportunities“ (LS9ASL), ETF-Werte des ICAX (LS9AJV), „SR wisdom capital spekulativ“ (LS9AEH) und „Dividende und Eigenkapital Deutschland“ (LS9AKT). Das Aktienkernportfolio kann wiederum über das „VSAK - Value Europa“-wikofolio der Bayerische Vermögen (WKN LS9BPF) abgebildet werden.     

Kommentare (2)

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Herr Uwe Warschkow

27.08.2014, 09:41 Uhr

Russische Staatsanleihen bringen aktuell bis zu 23% Rendite pro Jahr-Laufzeit der Papiere bis 2028.Der Rubel müsste schon massiv verlieren,was ich nicht glaube,Russland ist trotz allem sehr rohstoffreich-Stichwort:zukünftiger Rohstoffhunger der G 20 bis 2050.Ich glaube kaum,dass der DAX vom heutigen Tage an gerechnet,jedes Jahr einen Aufschlag von 23% bis 2028 verzeichnen kann.Einfach mal im Internet den heutigen DAX-Stand von 9600 Punkten zu 23% und 14 Jahren Laufzeit in einen Zinsesrechner eingeben,wo der DAX dann stehen müsste,um die gleiche Performance zu erreichen.Der 5 Jahresvergleich mit der Kursverdopplung im DAX stimmt,na und? Da kann ich mithalten.Ich kann genau so sagen,dass der DAX schon im Juli 98 bei 6225 stand,das wären im Zinseszinsrechner bei 16,1 Jahren Laufzeit schlappe 2,71% Rendite pro Jahr.Der Zinssatz im Juli 98 für 20 Jährige deutsche Staatsanleihen lag aber bei 5,75% pro Jahr.Macht pro Jahr eine Differenz von 3,03%.Was sagen Sie nun Herr Redakteur?!Vergleiche herausziehen wie es einen passt,das müssen Sie früher aufstehen!Von den Höchstständen im Jahre 2000 will ich erst gar nicht reden.Die meisten Anleger investierten zu dieser Zeit in Aktienfonds.Sehr populär war zu dieser Zeit der "DWS Investa" von Frau Weißenhorn .Ausgabekurs- mit 5% Ausgabeaufschlag- am 06.03.2000 148 Euro!Rücknahmekurs heute 138 Euro.Macht 10 Euro Verlust pro Fondsanteil nach fast 14,5 Jahren Anlagedauer.Für 20 Jährige Deutsche Staatsanleihen gab es im März 2000 aber 6,5% per anno....ja sehen Sie,ich könnte stundenlang so weitermachen...!

Herr Edi Haas

27.08.2014, 10:19 Uhr

Natürlich bleiben die Zinsen unten.
Draghi muss doch alles tun das das Spiel weiter funktioniert.
Die Maschinen arbeiten ihre Wunschkurse ab und die Mächtigen liegen faul in ihren Hängematten,stehen nur auf um sich einen Kübel EAis über den Kopf zu giessen um ihr Gewissen zu beruhigen.
Das System läuft und deren Maschinen arbeiten ohne Emotion für satte Gewinne.

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