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04.06.2015

20:10 Uhr

Musterdepots

Draghis Worte verheißen Ausverkauf

Der Chef der Europäischen Zentralbank hat durch seine Aussagen am Mittwoch ein Beben an den Rentenmärkten ausgelöst. Angesichts des Ausverkaufs stellen sich unserer Autoren auf noch mehr Kursschwankungen ein.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Auch heute hält der Verfall an den Rentenmärkten an und die gestrige EZB-Pressekonferenz sorgt für keine Beruhigung an den Anleihemärkten. Draghis Aussagen, dass die aktuellen Renditen der Staatsanleihen es der EZB ermöglichen auch Anleihen mit kürzer Laufzeit zu Erwerb, sind keine guten Argumente langlaufende Anleihen zu erwerben. Gestern Nachmittag deuteten sich erste Stabilisierungstendenzen beim Bundfuture an, aber heute Morgen nahm der Druck wieder zu.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dabei verloren sowohl die deutschen Staatsanleihen als auch die Staatspapiere der Peripherie an Wert. Aus unserer Sicht fällt aber zudem auch auf, dass die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen in den vergangenen Wochen positiv war. Leider bedeutet das, dass sich sowohl Aktien als auch Anleihen negativ entwickelt haben.

Das Portfolio profitiert daher nicht von einer Diversifikation zwischen diesen Asset-Klassen. Somit fällt es uns schwer, heute eine entsprechende Entscheidung für Veränderungen im Portfolio zu treffen. Die Alternative, Teile des Kapitals als Kontoguthaben zu führen, ist für uns keine Option. Somit folgen wir dem Rat von Mario Draghi und halten die erhöhte Volatilität im Portfolio aus.

Schwankungen an Anleihemärkten sind ein durchaus bekanntes Phänomen. Wir haben vor diesem Hintergrund den japanischen Anleihemarkt über einen sehr langen Zeitraum untersucht. Der primäre Trend der Renditen war deutlich nach unten gerichtet. Allerdings gibt es Jahre wie 1998 oder auch 2003 in denen die Renditen auch innerhalb kürzester Zeit gestiegen sind. Die Erkenntnis war aber in allen Fällen; wer die Volatilität erdulden konnte, wurde mit Kursgewinnen bei den Anleihen in den darauffolgenden Monaten belohnt.

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