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04.08.2015

19:41 Uhr

Musterdepots

Dünne Luft reicht

Musterdepot-Stratege Georgios Kokologiannis schaut sich die nüchternen Dax-Prognosen der Marktexperten an. Treffen deren wenig euphorischen Schätzungen ein, profitiert er mit seinen speziellen Anlage-Werkzeugen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Dem deutschen Aktienmarkt geht die Luft aus: Zwar haben mehrere Banken in den vergangenen Wochen ihre bisher meist zu pessimistischen Dax-Prognosen etwas nach oben angepasst. Doch im Schnitt trauen diese dem deutschen Leitindex bis Ende 2015 nur noch ein Kursplus von mageren drei bis sechs Prozent zu. Im Klartext: Die Strategen glauben nicht, dass der Dax sein Mitte April erreichtes Allzeithoch bei 12.392 Punkten so schnell wiedersehen wird.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Musterdepot habe ich schon während der damaligen Übertreibungsphase an den Börsen darauf ausgerichtet, dass das Kurspotenzial am Aktienmarkt weitestgehend ausgeschöpft ist. Zum Beispiel durch den massiven Kauf von Reverse-Bonuszertifikaten, die eine zweistellige Rendite erzielen, solange der Dax bis Mitte Dezember unter der Marke von 12800 Zählern bleibt (WKN: XM07NV). Schon jetzt liegt diese rund 20.000 Euro schwere Depotposition mehr als sechs Prozent im Plus.

Die speziellen Anlageprodukte entwickeln sich tendenziell entgegengesetzt zum deutschen Börsenbarometer. Dadurch federn sie Verluste anderer Portfoliobestandteile ab. Knapp sieben Prozent können diese Reverse-Papiere bis Mitte Dezember noch zulegen – auch wenn der Dax nur noch auf der Stelle tritt oder sogar einbricht. Das ist also deutlich mehr als die Banken derzeit mit einem simplen „Long“-Investment auf den Dax für möglich halten.

Zu dauerhaften Verlustbringern können die Zertifikate nur werden, falls der Dax auf die entscheidende Marke von 12.800 Punkten hochschießt und den Bonusmechanismus der Zertifikate zerstört.

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