Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2017

16:59 Uhr

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Musterdepots

Ein Analystenurteil, das Geld bringt

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Stratege Alexander Kovalenko profitiert von einem positiven Research-Bericht.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Ob der deutsche Leitindex in dieser Woche die Marke von 13 000 Punkten erreicht? Vorbörslich notierte das deutsche Börsenbarometer bereits bei 12.829 Zählern und damit nicht mehr weit entfernt davon. Für viele Anleger wäre das eine Überraschung, für technische Analysten hingegen nicht.

Viele solcher Experten, die mit Hilfe von Kurscharts und Trendfolgemodellen Kursziele nennen, hatten bereits Anfang 2017 prognostiziert, dass der Dax 13.000 Punkte in diesem Jahr erreichen wird. Erst in der zweiten Jahreshälfte überwiegen – so die Charttechniker damals – die Abwärtsrisiken.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Ein positiver Research-Bericht der Großbank Barclays hat die OMV-Aktie auf Höhenflug geschickt. Der Titel legte bis zu sieben Prozent zu, war so teuer wie seit fast neun Jahren nicht mehr. Wir sind beim Ölkonzern OMV seit drei Jahren investiert. Schon damals hat unser Bewertungsmodell den Titel als unterbewertet eingestuft.

Zugegebenermaßen war der Einstieg etwas verfrüht: Nach dem Ölpreisverfall war der Kurs unter Druck. Das Effizienzsteigerungsprogramm sowie eine starke Unterbewertung haben für ein Halten gesprochen. Seit Anfang 2016 werden wir für unsere Geduld belohnt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Fehlende Anschlusskäufe sorgen dafür, dass der Dax nach einem starken Wochenbeginn das Kursniveau von 12.800 Punkten zunächst nicht halten kann – der Aktienmarkt entwickelt sich seitwärts.

Den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht die in unserem Musterdepot gehaltene Infineon-Aktie nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Seit Jahresbeginn ist ihr Kurs um mehr als 18 Prozent angestiegen. Der durchschnittliche ESG-Wert beträgt 69,27 Punkte und erfüllt damit unsere Nachhaltigkeitskriterien – wir erwarten auf der Punkteskala (0 bis 100 Punkte) mindestens 65 Punkte.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

15.05.2017, 17:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Börsenentwicklung von niemand vorhergesehen werden kann und dass alle Diskussionen über dieses Thema nur den Unterhaltungswert von astrologischen Horoskopen haben. Der gleichen Meinung sind die value-Investoren, die immerhin etwa die Hälfte aller Anleger ausmachen.

Hinzu kommt ein anderer Punkt, der auf Anhieb etwas schwerer zu verstehen ist. Die Diskussion "Quo vadis DAX" lenkt von den wirklichen Fragen ab. Von kriegsentscheidender Bedeutung ist, ob die Börse zu einem bestimmten Zeitpunkt nach oben oder nach unten übertreibt. Im einen Falle ist es angezeigt, Teilverkäufe zu tätigen. Im anderen Falle sollte man zukaufen.

Mit den Aussagen von Charttechnikern gebe ich mich nicht ab. Zu oft habe ich beispielsweise gehört, der Weg nach oben ist für 500 Punkte frei. Aber der DAX entschied sich leider nicht für den freien Weg, sondern drehte nach Süden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×