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07.12.2014

13:26 Uhr

Musterdepots

Ein enttäuschendes, aber ertragreiches Jahr

Das Wachstum der Weltwirtschaft blieb 2014 hinter den Erwartungen zurück. Depotstratege Daniel Hupfer sieht auch für das nächste Jahr wenig Hoffnung auf mehr Geschwindigkeit. Das Ganze hat aber gute Seiten.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

2014 war erneut ein Jahr, das aus konjunktureller Sicht enttäuscht hat. Das Wachstum der Weltwirtschaft wird wie schon in den Jahren 2012 und 2013 gerade einmal etwas mehr als drei Prozent betragen und damit ein weiteres Mal die zwöft Monate zuvor postulierten Erwartungen verfehlen. Immerhin – und das ist wohl noch die erfreulichste Schlussfolgerung, die man aus der diesjährigen Entwicklung ziehen kann – ist eine neue Rezession ausgeblieben.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Insofern kann man konstatieren, dass die Weltwirtschaft auch im sechsten Jahr nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise immer noch dabei ist, sich von deren Auswirkungen zu erholen. Von daher gehen wir davon aus, dass sich auch 2015 an der grundsätzlichen Problematik eines global gesehen nur schwachen Wachstums wenig ändern wird. Dies ist auch die Botschaft, die von wichtigen Frühindikatoren derzeit ausgeht. Von daher spricht vieles dafür, dass die Weltwirtschaft auch nächstes Jahr nur mit einer Rate von etwas mehr als drei Prozent wachsen wird.

Dies ist nicht viel, aber auf der anderen Seite bleiben auch die Risiken eines Rückfalls in die Rezession begrenzt. Das ist immerhin eine gute Nachricht: Dadurch, dass die Wachstumsdynamik so gering ist, besteht nicht die Erfordernis für eine restriktivere Geld- oder Fiskalpolitik, die in der Vergangenheit häufig zu einem Dreh nach unten im Konjunkturzyklus geführt hat. Als Konsequenz wird der Aufschwung diesmal wahrscheinlich länger anhalten, als es bei Konjunkturzyklen sonst der Fall ist.

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