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16.08.2016

19:49 Uhr

Musterdepots

Ein genauer Blick in die Bilanz

Auch bei der Aktienanalyse lohnt der zweite Blick. Zum Beispiel beim Bergbauunternehmen BHP Billiton. Anlagestratege Alexander Kovalenko ist überzeugt, dass das Unternehmen die Trendwende geschafft hat.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtEines der weltweit größten Bergbauunternehmen BHP Billiton hat am Dienstag die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Auf den ersten Blick sehen die Zahlen katastrophal aus: Unter dem Strich musste der Konzern einen Rekordverlust von 6,4 Milliarden Dollar hinnehmen. Bei einer näheren Betrachtung sieht das Ergebnis jedoch etwas weniger dramatisch aus. Der Verlust ist vor allem einer gigantischen Abschreibung von 7,7 Milliarden Dollar geschuldet, welche auf das Schiefergasgeschäft zurückzuführen ist.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dies belastet zwar sehr stark den Gewinn, stellt aber keinen unmittelbaren Cashflow-Abfluss dar. Ohne diese Abschreibung beträgt der bereinigte Gewinn etwa 1,2 Milliarden Dollar, was leicht über den Erwartungen der Analysten ist. Auf der einen Seite bedeutet dies einen Einbruch von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der anderen Seite verfügt BHP Billiton selbst, bei wie derzeit schwachen Rohstoffpreisen, über genügend Potential für weitere Kosteneinsparungen. Darüber hinaus zeigte sich der Konzernchef Andrew Mackenzie verhalten optimistisch, was die Entwicklung der Rohstoffpreise angeht. Zur Stärke des Unternehmens gehört eine relativ gut diversifizierte Produktpalette, welche neben Eisenerz, Kupfer, Kohle und anderem Minengeschäft auch Öl- und Gasförderung einschließt.

Bei unserem Musterdepot sind wir zum ersten Mal Anfang Juni bei der BHP Billiton Aktie eingestiegen und haben Ende Juni die Position leicht aufgestockt. Seitdem konnte die Aktie rund elf Prozent in Euro zulegen. Der Konzern hat weiterhin mit den ernsten Herausforderungen zu kämpfen, verfügt jedoch über die nötige Größe und einen finanziellen Spielraum, um zu erleben und sich effizienter zu machen. An der Börse scheint der Titel ebenfalls eine Trendwende geschafft zu haben.

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