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07.01.2015

21:26 Uhr

Musterdepots

Ein Hagelsturm an Neuigkeiten

Auf die Musterdepots-Experten prasseln momentan schwer kalkulierbare Nachrichten ein: Der Ölpreis sinkt unter 50 Dollar, der Eurokurs fällt weiter, in Europa herrscht Deflation. Welche Antworten haben sie darauf?

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Das Europäische Statistikamt Eurostat teilte am Mittwoch mit, dass die Lebenshaltungskosten im Dezember um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Somit sind die Preise in der Euro-Zone zum ersten Mal seit Oktober 2009 gefallen. Vor allem die deutlich gesunkenen Energiekosten, die 6,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen, haben die Inflationsrate unter die Null-Linie gedruckt.

Die aktuelle Preisentwicklung kann man von zwei Seiten betrachten. Auf einer Seite bedeuten die niedrigen Energiekosten, die massiv das Gesamtpreisniveau drückten, eine deutliche Entlastung für die Unternehmen und Verbraucher. Dies sollte sich stimulierend auf die Konjunktur auswirken.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auf der anderen Seite wird eine andauernde Deflation von der EZB sehr kritisch angesehen, da sie zu sinkenden Löhnen und Investitionen führen und aus mittelfristiger Sicht die Konjunkturentwicklung in der Eurozone, die sowieso nicht gerade berauschend verläuft, noch weiter eintrüben könnte. Die von der EZB angestrebte Inflationsrate liegt bei zwei Prozent.

Je weiter die aktuelle Preisentwicklung von dieser Marke entfernt ist, desto wahrscheinlicher wird das massive Eingreifen der EZB. Die Volkswirte schließen nicht aus, dass die breit angelegten Staatsanleihenkäufe bereits bei der nächsten EZB-Sitzung am 22. Januar beschlossen werden können. Es bleibt abzuwarten, ob derartige Maßnahmen einen wirksamen Effekt auf die reale Wirtschaft haben werden. Sie werden aber sicherlich für deutliche Bewegungen auf Kapitalmärkten sorgen.

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