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21.04.2016

10:36 Uhr

Musterdepots

Ein notwendiges Übel

Vor allem von deutscher Seite wird die Politik der EZB heftig kritisiert. Dass der erhobene Zeigefinger aber gar nicht so eindeutig geschwenkt werden darf wie vielleicht vermutet, zeigt Anlageprofi Alexander Kovalenko.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Europäische Zentralbank hat gestern den Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei Null gelassen. Darüber hinaus hat die Notenbank mit der Ausweitung der Wertpapierkäufe begonnen, die im März angekündigt wurde. Die Aktivitäten von der EZB sind umstritten und werden immer wieder vor allem aus Deutschland kritisiert. Die Banken beklagen, dass ihnen das klassische Zinsgeschäft einbreche und das Nullzinsumfeld immer mehr zu einer existenziellen Gefahr werde. Dabei wird die Geldpolitik in der Eurozone mit großer Wahrscheinlichkeit noch lange extrem expansiv bleiben.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So haben beispielsweise die Analysten der französischen Natixis Bank eine interessante Studie veröffentlicht. Es wurde untersucht, welche Folgen eine mögliche Normalisierung des Zinsniveaus für Schuldner aus dem öffentlichen Sektor, Privathaushalten und Unternehmen in Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien hätte. Die Researcher kamen zu einem vernichtenden Ergebnis. Wenn die Zinsen von der EZB nicht mehr künstlich auf einem extrem niedrigen Niveau gehalten würden, wären Frankreich, Spanien und Italien bankrott.

Nicht besser würde es den Privathaushalten aus Frankreich und Italien  gehen. Die Konsequenzen einer potentiellen Normalisierung der Geldpolitik im aktuellen Umfeld sind für die EZB bestimmt kein Geheimnis. Unter der Berücksichtigung der aktuellen Trends bei der Staatsverschuldung gepaart mit einem mickrigen Wirtschaftswachstum der Eurozone spricht sehr viel dafür, dass die Zinsen noch lange niedrig bleiben. Die Aktienmärkte dürften mittel- bis langfristig davon profitieren.   

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