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02.11.2014

14:36 Uhr

Musterdepots

Ein Zeichen aus Fernost

Die Konjunkturhilfen der Bank Of Japan waren das bestimmende Thema am Freitag. Alexander Kovalenko hinterfragt deren Wirksamkeit. Und Georgios Kokologiannis zieht angesichts der Erholung an den US-Börsen eine Reißleine.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Der Handel an den europäischen Börsenplätzen stand am Freitagnachmittag unter dem Zeichen der japanischen Notenbank. Überraschend hat sie ein massives Aufstocken ihres Wertpapier-Aufkaufprogrammes angekündigt, das nichts anderes als eine Liquiditätserweiterung darstellt. Das jährliche Volumen dieser Geldspritzen sollte nun von bisher geplanten 60 bis 70 Billionen auf bis zu 80 Billionen Yen (ca. 570 Milliarden Euro) erhöht werden.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Mit der geplanten Liquiditätsflut wird versucht, die Inflation auf circa zwei Prozent hochzutreiben sowie die nach einer Mehrwertsteuererhöhung schwächelnde Konjunktur zu beleben. Ob die Rechnung der japanischen Währungshüter aufgeht, bleibt im Ökonomenkreis umstritten.

Seit 2008 und vor allem in den letzten zwei bis drei Jahren hat die Bank of Japan ihre Bilanz massiv ausgeweitet. Dies hat allerdings nicht zu einem gewünschten stabilen BIP-Wachstumspfad geführt. Die erwähnte überraschende Entscheidung vom Freitag war selbst unter den japanischen Notenbankern stark umstritten: Fünf der Vorstandsmietglieder stimmten dafür und vier dagegen. Die Marktteilnehmer haben die Nachricht aber mit viel Begeisterung aufgenommen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat fast fünf Prozent zugelegt, die europäischen Börsen stiegen in der ersten Tageshälfte um mehr als zwei Prozent.      

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