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17.11.2014

21:40 Uhr

Musterdepots

Eine schwache Währung ist noch kein Exportgarant

Japans Wirtschaft ist in die Rezession gerutscht und hat am Markt für einen Schock gesorgt. Japans Erfahrungen sind auch für Deutschland wichtig: Eine schwache Währung kurbelt die Exporte nämlich nicht zwingend an.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Japans Wirtschaft befindet sich nun offiziell in einer Rezession. Im Zeitraum von Juli bis September sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Da im zweiten Quartal die drittgrößte Volkswirtschaft ebenfalls bereits geschrumpft ist, bedeuten die zwei negativen Quartale in Folge eine technische Rezession.

Dieses Ergebnis kam ziemlich überraschend: Die Ökonomen haben im Durchschnitt mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Der Binnenkonsum erholt sich nur sehr langsam von einer Mehrwertsteuererhöhung im April. Die Exporte schwächeln ebenfalls trotz dem massiv abgewerteten Yen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dabei hat die japanische Regierung zusammen mit der Notenbank in den letzten Monaten und Jahren massive Liquiditätsspritzen zwecks der Konjunkturbelebung unternommen. Aus heutiger Sicht hat es bei der realen Wirtschaft nicht besonders viel bewirkt. Der japanische Aktienmarkt ist dagegen seit 2012 richtig gut gelaufen.

Bei all den strukturellen Unterschieden könnten die japanischen Erfahrungen nicht uninteressant für die EU-Länder und auch Deutschland sein. Zum einen scheint eine massive Liquiditätsversorgung alleine nicht im Stande zu sein, die reale Wirtschaft nachhaltig zu beleben. Gleichzeitig begünstigt sie die Aktienmärkte.

Ein weiterer Aspekt, der auch für Deutschland eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass eine Währungsschwäche nicht automatisch florierende Exportgeschäfte bedeutet. Die aktuelle Geldpolitik der EZB führt zur deutlichen Abschwächung des Euro. Dies ist gut für die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit von südeuropäischen Staaten. Der Effekt auf die deutschen Exporte kann aber unter den Erwartungen liegen, weil die Preiselastizität der aus Deutschland exportierten Waren relativ niedrig ist.

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