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25.05.2014

13:35 Uhr

Musterdepots

Eine Strategie für den Hinterkopf

Nach seinen klaren Andeutungen rechnen die Märkte damit, dass Mario Draghi im Juni den Geldhahn weiter aufdrehen wird. Falls dies nicht der Fall ist, hat sich Georgios Kokologiannis schon einen Plan B überlegt.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Seit der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Euro wieder deutlich zum Dollar verloren. Von fast 1,40 Dollar ist er auf nur noch gut 1,36 Dollar abgerutscht. Auslöser dafür war die recht unverhohlene Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, dass die Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung Ende Juni handeln wird.

Damit hat sich Draghi selbst unter Handlungsdruck gesetzt. Denn: „Ein weiteres Abwarten würde die Notenbank Glaubwürdigkeit kosten und voraussichtlich eine deutliche Aufwertung des Euros zur Folge haben“, meinen Strategen wie Christian Apelt von der Helaba.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich glaube zwar auch nicht daran, dass die Notenbank es zu einer neuen Euro-Aufwertung kommen lässt – bin aber für den Fall der Fälle gerüstet: Wenn der Euro wieder in Richtung 1,40 Dollar aufwertet, plane ich einen Teil meines relativ hohen Bargeldbestandes in einen Dollar-Geldmarktfonds umzuschichten.

Damit würde ich mir eine Art kostengünstiges Fremdwährungskonto ins Depot holen – also eins zu eins von einem Wertverlust der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem Greenback profitieren. Ohne Hebel und ohne komplizierte Auszahlungsmechanismen.

Mein Favorit dafür ist derzeit ein spezieller Indexfonds der Commerzbank, der sich durch eine besonders niedrige Verwaltungsgebühr von nur 0,1 Prozent im Jahr auszeichnet (WKN: ETF101). Die Wertentwicklung des ETF verläuft praktisch spiegelbildlich zum Euro/Dollar-Wechselkurs.

Denn der Fonds bildet eine täglich rollierende Einlage zum Geldmarktreferenzzinssatz in den USA ab – und der liegt bei praktisch null. Wertänderungen des Fonds im Depot entstehen hier also rein durch den Währungseffekt. Aber das ist eben nur eine Strategie für den Hinterkopf; ich denke nicht, dass ich sie in nächster Zeit umsetzen kann.

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