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12.02.2015

19:22 Uhr

Musterdepots

Eine unangemessene Freude

Das Minsker Abkommen löst bei vielen Börsianern Freude aus. Alexander Kovalenko findet das unangemessen. Es sollten nicht die steigenden Kurse gefeiert werden, sondern das baldige Ende eines blutigen Bürgerkrieges.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die wichtigste Nachricht des Donnerstags kam aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Nach mehrstündigen Verhandlungen verständigten sich die Staatspräsidenten von Russland, Frankreich und der Ukraine, sowie die deutsche Bundeskanzlerin auf eine umfassende Waffenruhe in der Ukraine, die ab Sonntag gelten soll.

Das unterzeichnete Friedensabkommen sieht das Abziehen der schweren Waffen aus den Kampfgebieten, eine größere Autonomie der Donbass-Region und gleichzeitig die Souveränität und Integrität der Ukraine vor. Darüber hinaus müssen alle ausländischen Militärkräfte das ukrainische Territorium verlassen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dies ist zwar ein riesengroßer Schritt zur Lösung des blutigen Konfliktes, es ist aber abzuwarten, ob echter Frieden bald erreicht werden kann. Denn die beiden Seiten – die Regierungstruppen und die Separatisten – haben die früheren Abkommen in der Vergangenheit mehrmals und regelmäßig verletzt.

Die europäischen Börsen haben mit Erleichterung auf die Ergebnisse des Verhandlungsmarathons reagiert. In diesem Fall ist es aber fast unangemessen, über die Börse zu sprechen. Hauptsache ist, dass ein blutiger Bürgerkrieg mitten in Europa, der bereits über 50.000 Menschenleben gekostet hat, zum baldigen Ende gebracht werden kann.

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