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19.10.2014

13:23 Uhr

Musterdepots

Einstieg oder nicht?

Der Dax ist vergangene Woche abgetaucht, allerdings nur kurz: Einer unserer Anlagestrategen sieht dennoch jetzt Chancen für den Einstieg gekommen, ein anderer zögert noch. Auf dem Anleihe-Markt drohen Turbulenzen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die aktuelle Kapitalmarktsituation stellt für langfristig denkende Aktienanleger eine attraktive Einstiegs- bzw. Nachkaufopportunität dar. Vor allem viele europäische Dividendentitel sind richtig günstig geworden. Die meisten europäischen Indices waren im Gegensatz zum US-amerikanischen Markt auch vor der aktuellen Marktkorrektur entweder günstig (beispielsweise Italien, Österreich) oder fair bewertet (zum Beispiel der Dax 30).

Die letzten Wochen waren für Aktienanleger zwar unangenehm, stellen aber bisher keine außerordentliche Situation dar. Die Volatilität ist in den letzten Tagen gestiegen, liegt aber immer noch auf einem viel niedrigeren Niveau als 2010, 2011 oder 2012, ganz zu schweigen von 2008.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Und es gibt derzeit tatsächlich keine wirklichen Alternativen zu Aktien, egal ob es um Privat- oder professionelle Anleger geht. Die institutionellen Investoren müssen irgendwie eine nennenswerte Rendite schaffen, die am Geldmarkt oder im Investment-Grade festverzinslichen Bereiches nicht mehr zu erzielen ist.

Selbst das Parken von Liquidität wird immer problematischer. Viele Banken verlangen mittlerweile von großen Firmen, Fondsmanagern und anderen Geldverwaltern Strafzinsen für die Cash-Einlagen. Die Privatanleger haben solche Erfahrungen mit negativer Verzinsung noch nicht gemacht, dürfen aber nicht vergessen, dass keine andere Assetklasse aus langfristiger Perspektive – und eine vernünftige Altersvorsorge kann nur langfristig gestaltet werden – renditestärker als die Aktien ist.

Man muss natürlich ein klares Ziel vor den Augen haben. Wer auf schnelle Vermögenssteigerung durch Aktien hofft oder das investierte Geld kurzfristig brauchen kann, wird häufig böse überrascht und sollte woanders investieren. Die Anleger, die mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte als Investmenthorizont haben und gute Aktien günstig erwerben, wie es aktuell mit Value-Aktien möglich ist, werden mit ihren Unternehmensbeteiligungen zufrieden sein.                                     

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