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26.07.2016

18:00 Uhr

Musterdepots

Ende der Bankenkrise nicht in Sicht

Die europäischen Banken leiden unter niedrigen Zinsen und sinkenden Margen. Zuletzt bekamen das Commerzbank-Aktionäre zu spüren. Die Krise dürfte sich hinziehen, so Handelsblatt-Autor Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Der europäische Bankensektor wird nach wie vor von negativen Meldungen begleitet. Während sich die Branche in den USA überwiegend längst von der Finanzkrise erholt hat, leiden hiesige Banken noch immer unter den Nachwehen und stehen zusätzlich noch weiteren Belastungsfaktoren gegenüber. Der Brexit hat für erhebliche Unsicherheit gesorgt. Bankbilanzen in der europäischen Peripherie werden durch schwache Bonitäten von Staatsanleihen ihrer Sitzländer sowie durch ein teils gefährliches Ausmaß ausfallgefährdeter Kredite belastet.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Da hilft es auch nichts, wenn man sich, wie die italienische Monte dei Paschi, als ältestes Bankhaus der Welt rühmen kann. Der Markt beurteilt allerdings auch die deutschen Finanztitel pessimistisch. Die Deutsche Bank – einst stabiler Anker der deutschen Bankenlandschaft – fährt zur Zeit in schweren Fahrwässern. Insbesondere das Investmentbanking trug hier zu einem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro bei. Bei der Commerzbank hat sich die Aufbruchsstimmung vom Jahresanfang mittlerweile als Strohfeuer erwiesen. Martin Zielke, der Nachfolger des zuletzt erfolgreichen Martin Blessing, musste einen überraschenden Rückgang der Kernkapitalquote verkünden. Wir bleiben daher, trotz augenscheinlich günstiger Kurse, zurückhaltend bei Engagements in europäische Bankentitel.

Dabei sind die Probleme der Banken nicht von kurzfristigem Charakter. Das historisch niedrige Zinsniveau wird sich mittelfristig nicht ändern. Dies beschert den Kreditinstituten ein anhaltendes Margenproblem auf der Aktiv- und Passivseite – bis dato gekrönt durch einen negativen Zins von 0,4 Prozent, den Banken für die Hinterlegung von Kundeneinlagen bei der EZB entrichten müssen. Auch die strukturellen Bilanzprobleme sowie eine starke Regulierung werden weiterhin die Profitabilität belasten.

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