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14.06.2016

20:12 Uhr

Musterdepots

Erste Investoren kaufen britische Aktien

Musterdepotstratege Alexander Kovalenko glaubt mit Blick auf die Anleihenrenditen, dass Aktien im aktuellen Umfeld aus dem Blickwinkel eines langfristigen Vermögensaufbaus ein besseres Chance-/Risikoprofil bieten.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

FrankfurtMit dem ziemlich mauen Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai spricht auch noch das letzte und wichtigste Konjunkturbarometer in den USA gegen eine Zinserhöhung der Fed am heutigen Tag. Während die Verbraucherpreise und das Verbrauchervertrauen leicht rückläufig sind und die regionale Stimmung in der Industrie sehr unbeständig ist, hatte bis zuletzt zumindest der US-Arbeitsmarkt Zinserhöhungsbefürwortern eine gute Argumentationsbasis geliefert.

Doch nun fiel der Stellenaufbau im jüngsten Bericht mit 38.000 Jobs so niedrig aus wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Trotz seiner erheblichen Bedeutung ist der US-Arbeitsmarkt für viele Analysten ein Buch mit sieben Siegeln. Da es aufgrund einer fehlenden staatlichen Sozialversicherung im Gegensatz zu Deutschland und vielen anderen Industrieländern keine Vollerhebung der Beschäftigung in Echtzeit gibt, ist man in den USA auf Stichproben angewiesen, um sich zeitnah ein Bild von der Entwicklung des Arbeitsmarktes zu machen.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Im Zentrum steht hier eine monatliche Beschäftigungsstatistik, die auf einer Stichprobe von Unternehmen beruht. Als Gegencheck existiert eine Stichprobe, bei der nur Haushalte befragt werden. Nicht selten fallen die Ergebnisse beider Stichproben Monat für Monat eklatant auseinander, was das Vertrauen in die Daten nicht gerade erhöht.

Da zudem langzeitarbeitslose Personen nach einer gewissen Zeit automatisch aus der Arbeitslosenstatistik verschwinden, kann die Arbeitslosenquote sogar fallen, obwohl sich die Lage am Arbeitsmarkt nicht substantiell verbessert hat. Dies ist auch aktuell der Fall, da die Arbeitslosenquote trotz eines extrem schwachen Stellenaufbaus, sinkenden wöchentlichen Arbeitsstunden und stagnierenden Stundenlöhnen von zuvor 5,0 Prozent auf 4,7 Prozent gesunken ist. Da sich die Fed dieser Probleme bewusst ist, aber trotzdem ihre Entscheidungen auch auf Basis der Arbeitsmarktentwicklung treffen muss, hat sie vor einigen Jahren einen eigenen Indikator entwickelt, der 19 arbeitsmarktrelevante Indikatoren zu einem Gesamtindex verdichtet.

Dieser Index ist nun im Mai mit -4,8 Punkten auf den niedrigsten Wert seit 2009 gefallen. Zwar können wir nicht abschließend einschätzen, wie hoch die Bedeutung des Index für die Fed bei konkreten Entscheidungen tatsächlich ist, jedoch fällt auf, dass dieser Index – gewollt oder nicht – eine sehr hohe Relevanz bezüglich der konjunkturellen Entwicklung aufweist. Stärkere Rückgänge waren bisher immer ein klares konjunkturelles Warnsignal und sprechen zusammen mit den insgesamt sehr durchwachsenen amerikanischen Konjunkturdaten gegen eine Zinserhöhung in diesem Sommer.

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