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02.02.2017

18:24 Uhr

Musterdepots

„Ertragswachstum hat Höhepunkt überschritten“

Für den Musterdepotstrategen Georgios Kokologiannis sprechen die wichtigsten vorlaufenden Konjunkturindikatoren in den USA gegen eine Fortsetzung der aktuellen Gewinndynamik. Kommen jetzt volatile Zeiten?

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtIm vergangenen Quartal könnten US-Unternehmen insgesamt soviel verdient haben wie nie zuvor. Darauf hin deuten die bisher vorgelegten Bilanzen. Doch maßgeblich stecken zwei Einmaleffekte dahinter: Die Erholung der Rohstoffpreise, von dem die Öl-Industrie profitiert hat. Und das nach dem Trump-Sieg gestiegene Zinsniveau, das Banken in Form höherer Margen im Kreditgeschäft zu Gute kam.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Damit aber wird das Ertragswachstum auf absehbare Zeit seinen Höhepunkt bereits jetzt überschritten haben. Zudem verteuern höhere Zinsen mittelfristig die Finanzierung der Konzerne – auch für ihre umstrittenen, kurstreibenden Aktienrückkäufe auf Pump, auf denen ein bedeutender Teil der zweitlängsten Wall-Street-Hausse aller Zeiten basiert.

Auch die wichtigsten vorlaufenden Konjunkturindikatoren sprechen gegen eine Fortsetzung der aktuellen Gewinndynamik: So hat sich etwa die Stimmung der Verbraucher in den USA zu Jahresbeginn überraschend deutlich eingetrübt. Dabei ist der private Konsum die tragende Säule der amerikanischen Wirtschaft: Er macht mehr als zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung aus.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

03.02.2017, 15:56 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

auf was soll ich nun hoffen? Dass es keinen Börsenaufschwung geben wird? Oder darauf, dass Sie Ihr Musterdepot weniger defensiv ausrichten?

Übrigens: Um die zukünftige Entwicklung vorauszuahnen, taugt ein Blick in den Rückspiegel nicht. Und ein Pfeifen im Walde mag vielleicht die eigene Angst zu lindern. Aber die Börsenentwicklung ändert sich dadurch nicht.

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