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29.07.2015

19:00 Uhr

Musterdepots

Erwartungen an Bilanzen sind zu hoch

Die Bilanzen der meisten Firmen sowohl im Dax als im S&P 500 haben Erwartungen der Analysten übertroffen. Dennoch sind die Kurse gesunken. Zu Unrecht, findet Daniel Hupfer. Die Firmen ächzen unter zu hohen Erwartungen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die aktuelle Berichtssaison mag die Anleger bislang nicht so recht überzeugen. Obwohl beim S&P 500 75 Prozent der Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen haben, sind die Kurse in den vergangenen Wochen gesunken, und dasselbe gilt auch für den Dax. Allerdings tun sich die deutschen Unternehmen wesentlich schwerer, die Gewinnerwartungen zu erreichen. Bis auf Daimler haben allen anderen Firmen die Erwartungen verfehlt. Daraus lässt sich aber nicht automatisch die Schlussfolgerung ziehen, dass es für die hiesigen Unternehmen nicht gut läuft.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Problem ist, dass die Gewinnerwartungen für die Dax-Unternehmen seit Jahresbeginn deutlich angehoben wurden, während in den USA das Gegenteil der Fall ist. Von daher liegt die „Erwartungslatte“, die deutsche Firmen überwinden müssen, höher. Dass die Dax-Unternehmen durchaus überzeugende Zahlen liefern, zeigt der Blick auf die Umsatzentwicklung: Verglichen mit den Prognosen haben fast alle Unternehmen besser abgeschnitten als erwartet.

Die Aktien von CRH können heute von der geplanten Übernahme von Italcementi durch Heidelberg-Cement profitieren. Nachdem sich bereits Lafarge und Holcim zusammen-geschlossen haben, geht die Konsolidierung in dem Sektor weiter. Dass die irische CRH nunmehr zu einem Übernahmekandidaten wird, lässt sich kaum begründen, da mit einer Marktkapitalisierung von annähernd 18 Milliarden Euro das Unternehmen um ein Vielfaches größer ist als das aus Italien (3,4 Milliarden Euro). Wir freuen uns aber über die positive Kursreaktion von mehr als zwei Prozent in einem nahezu unveränderten Marktumfeld.

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