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28.12.2015

19:01 Uhr

Musterdepots

„Es gibt nichts Magisches an den Märkten“

Alexander Kovalenko ist überzeugt, dass antizyklisches Investieren die beste Performance bietet - und will dies in seinem Musterdepot 2016 besonders berücksichtigen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Rohstoffe gehörten 2015 erneut zum Kreis der Hauptverlierer in den verschiedenen Assetklassen. Sowohl das Rohöl als auch die meisten Industriemetalle verzeichneten einen heftigen Preisverfall. Gleichzeitig gab es erhebliche Unterschiede bei der Aktienkursentwicklung der Öl- und Gas-Konzerne auf der einen und der Minenbetreiber auf der anderen Seite.

Die erste Gruppe konnte das Jahr mehr oder weniger neutral oder sogar positiv abschließen, wie zum Beispiel unser Depotmitglied OMV. Die Aktien der Minenbetreiber haben dagegen ihren steilen Sinkflug konsequent fortgesetzt. Darunter hat unsere Position Anglo American stark gelitten.

Zum Glück war die Aktie von Anfang an im Vergleich zu einer durchschnittlichen Positionsgröße untergewichtet, was noch einmal die Wichtigkeit der Diversifikation unterstreicht. Dies hat uns vor spürbaren Verlusten beim Gesamtportfolio geschützt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Nun stellt sich die Frage, wie wir uns im Rohstoffbereich im neuen Jahr positionieren sollen. Die endgültige Entscheidung wird erst nach der Aktualisierung unserer Modelle Anfang Januar 2016 fallen, wir möchten aber bereits jetzt einige Grundüberlegungen dazu loswerden.

Zum einen sind die Rohstoffpreise zyklischer Natur. Da es sowohl beim Rohöl als auch bei den Industriemetallen um Grundenergieträger beziehungsweise Basisinputkomponenten der Weltwirtschaft geht, werden sich die Preise früher oder später erholen. Zum anderen sind wir davon überzeugt, dass die Outperformance an den Kapitalmärkten fast ausschließlich mit den antizyklischen Investments zu erreichen ist.

Dies hat unter anderen Fachleuten der erfahrene Rohstoffexperte Bob Moriarty auf den Punkt gebracht: „Die Leute, die beim Investieren Geld verdienen, sind Antizykliker. Sie brauchen nur die psychologischen Grundregeln zu verstehen. Wenn jemand etwas unbedingt kaufen will, verkaufen Sie es ihm zum guten Preis. Wenn jemand etwas unbedingt verkaufen will, kaufen Sie es  ihm günstig ab. Es gibt nichts Magisches an den Märkten“.

Diese Überlegungen werden sicherlich bei unserem Portfolio im Jahr 2016 eine wichtige Rolle spielen.

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