Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2015

19:06 Uhr

Musterdepots

Euro runter, Rendite hoch

VonGeorgios Kokologiannis

In Sachen Leitzinsen könnten Europa und die USA bald auseinanderdriften: Während die EZB weiter Milliarden in den Markt pumpt, scheint die US-Notenbank die Zinswende anzugehen. Ein Musterdepot würde davon profitieren.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Der Euro ist auf den niedrigsten Stand zum Dollar seit sechs Wochen zurückgefallen. Auslöser für die jüngste Abwärtsbewegung der Gemeinschaftswährung: Investoren spekulieren wieder verstärkt darauf, dass die Geldpolitik in den USA einerseits und die in Europa andererseits zukünftig deutlich auseinanderdriften werden. Während EZB-Chef Mario Draghi sein Anleihekaufprogramm fortsetzen dürfte, bereiten US-Notenbanker die Märkte immer deutlicher auf eine anstehende Leitzinswende vor.

„Der September wäre als Zeitpunkt für eine Anhebung sehr plausibel“, sagte beispielsweise der Chef der Fed von San Francisco, John Williams, in der Nacht zum Donnerstag. Dieser ersten Erhöhung könne ein zweiter Schritt vor Ende des Jahres folgen, ergänzte Williams. Er liegt nach Ansicht von Beobachtern geldpolitisch weitgehend auf einer Linie mit Fed-Chefin Janet Yellen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Von der Dollar-Aufwertung profitiert auch das Musterdepot. Mehr als Neunzehntausend Euro sind in Wertpapieren investiert, die eine Aufwertung des US-Dollar in zusätzliche Rendite für das Portfolio ummünzen. Dazu gehören die Discountzertifikate auf den Wall Street-Index S&P 500 (WKN: XM0PRG). Hier hatte ich beim Kauf Ende vergangenen Monats bewusst auf eine Variante ohne Währungsabsicherung gesetzt.

Die defensiven Anlagevehikel haben mir einen um fünf Prozent rabattierten Einstieg in den US-Aktienmarkt ermöglicht. Gleichzeitig erzielen diese Produkte auch dann eine Rendite von umgerechnet mehr als sechs Prozent per annum, wenn der Wall-Street-Index bis März kommenden Jahres nur noch auf der Stelle tritt. Dieser Ertrag liegt genau in dem für das Musterdepot festgelegten Renditekorridor von sechs bis acht Prozent Ertrag pro Jahr.

Ohne spezielle Anlagevehikel wie beispielsweise dieses Zertifikat dürfte es in den kommenden Monaten sehr schwierig werden interessante Erträge am US-Aktienmarkt zu generieren: Sollte die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinswende tatsächlich ab Herbst dieses Jahres einleiten, dann erwarte ich einen Rücksetzer an der Börse. Diese Verluste werden durch den rabattierten Einstieg abgefedert.

Die Rendite liefert in diesem Szenario die Dollar-Aufwertung. Verzögert sich die weitere Straffung der Geldpolitik erneut, dann dürfte die Währungskomponente meiner Investition zwar ins Minus rutschen – der Dollar würde wieder abwerten. Überkompensiert wird das dann aber vom Aufatmen am Aktienmarkt.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×