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04.09.2014

19:46 Uhr

Musterdepots

EZB macht klassischen Zinsanlegern das Leben schwer

Die EZB hat den Leitzins überraschend gesenkt und weitere Konjunkturhilfen in Aussicht gestellt. Erwartet hat das kaum jemand. Auch die Autoren der Musterdepots nicht. Wie Sie mit der Situation umgehen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die europäische Notenbank hat auf ihrer gestrigen Sitzung wieder einmal überrascht. Zwar wird die weitere Senkung des Leitzinses kaum wirtschaftliche Auswirkungen haben, die symbolische Strahlkraft dieser Maßnahme war an den Kapitalmärkten aber sichtbar. So sind die Renditen für europäische Staatsanleihen deutlich gefallen, und die meisten Aktienmärkte konnten Zugewinne verbuchen. Auch der US-Dollar machte gegenüber dem Euro einen großen Satz und verteuerte sich auf ein Niveau von etwa 1,30.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Unser Depot ist für das aktuelle Szenario optimal aufgestellt. Wir partizipieren sowohl von steigenden Aktienkursen und einem festeren US-Dollar als auch von fallenden Renditen. Mit der Zeichnung der portugiesischen Anleihe am Mittwoch dieser Woche haben wir unsere Duration auf der Anleiheseite nochmals erhöht. Unsere aktuelle Aktienquote liegt bei gut 66 Prozent, Anleihen haben wir derzeit mit etwa 34 Prozent gewichtet.

Aus dem Automobilsektor kamen aus den USA wieder einmal gute Nachrichten. Die Zulassungszahlen sind weiter angestiegen, und vor allem die deutschen Premiumhersteller verbuchten deutliche Zuwächse. Auch wenn die Aktienkurse dieses positive fundamentale im Automobilsektor derzeit nicht widerspiegeln, bleiben wir dem Sektor treu. Da wir bei unseren Aktieninvestments einen mittelfristigen Anlagehorizont haben, stehen wir solche Zeiten mit relativer Unterperformance durch.

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