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24.06.2014

19:45 Uhr

Musterdepots

EZB-Maßnahmen werden überschätzt

Ohne die EZB wäre der Dax nicht über 10.000 Punkte gestiegen. Da sind sich die Autoren einig. Georgios Kokologiannis vom Handelsblatt mahnt Anleger allerdings zur Vorsicht. Er hält die Aktienmärkte für überbewertet.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Es grenzt schon an Realitätsverweigerung, wenn Aktienoptimisten an ihrer Behauptung festhalten, steigende Unternehmensgewinne würden die extrem hohen Bewertungen an den Börsen hierzulande wieder normalisieren. Fakt ist: Die Dax-Konzerne beispielsweise sind mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 18,6 bewertet – das entspricht einer Überbewertung von knapp zwei Dritteln im Vergleich zum durchschnittlichen KGV der vergangenen zehn Jahre, das bei 11,3 liegt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Seit 2010 aber ist es den Dax-Firmen unterm Strich nicht mehr gelungen, nennenswerte Zuwächse der Ergebnisse je Aktie zu erreichen. Und die aktuellsten Wirtschaftsindikatoren lassen auch jetzt nicht unbedingt auf eine bevorstehende Gewinnexplosion schließen: Die Weltbank hat Mitte Juni ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum gesenkt, die Einkaufsmanagerindizes für den Euro-Raum entwickeln sich den zweiten Monat in Folge enttäuschend und jetzt ist auch noch der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland erneut schlechter ausgefallen als erwartet.

Ich sehe mich in meiner Skepsis bestätigt und bleibe bei der vorsichtigen Aufstellung für das Handelsblatt Musterdepot. Sollte es zu weiteren kurzfristigen Kursgewinnen an den Aktienmärkten kommen, dann werden dafür nicht die Geschäftsentwicklungen der Unternehmen der Auslöser sein, sondern – wie gehabt – die Stützungsmaßnahmen und Marktmanipulationen der Notenbanken. Doch darauf möchte ich mich nicht verlassen.

Schon jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass beispielsweise die Wirkung des jüngsten Maßnahmenpakets der europäischen Zentralbank überschätzt worden sein dürfte: So nutzen die Banken trotz der eingeführten Strafzinsen weiterhin massiv die Möglichkeit Geld bei der EZB zu parken, statt es in Form von Krediten zu verleihen. Und auch an den Aktienmärkten ist das Anfang des Monats noch bejubelte Maßnahmenbündel verpufft, das den Dax erstmals über die 10.000er-Marke gehievt hatte. Mittlerweile stehen Dax und Euro Stoxx 50 wieder ziemlich genau dort, wo sie bereits am 5. Juni notierten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.06.2014, 20:45 Uhr

"Die Dax-Konzerne beispielsweise sind mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 18,6 bewertet – das entspricht einer Überbewertung von knapp zwei Dritteln im Vergleich zum durchschnittlichen KGV der vergangenen zehn Jahre, das bei 11,3 liegt."

Das KBV (Assets/Liabilities) muss verglichen werden.

Account gelöscht!

25.06.2014, 14:23 Uhr

@Hr. Kokolores: Jetzt geht auch der letzte verbliebene HB-Redakteur unter die Verschwörungstheoretiker und lässt alle daran teilhaben. Na ja, zum, Glück kann man sogar besser und nachhaltiger am Negativbeispiel lernen.

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