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28.09.2016

19:52 Uhr

Musterdepots

Fluch und Segen

Die gute Konjunktur in Deutschland hat auch Schattenseiten: Wir brauchen nachhaltiges Wachstum, sagt Depotstratege Alexander Kovalenko. Und Sönke Niefünd blickt auf Renditen für nachhaltige Anlagen. Die Musterdepots.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Im Herbstgutachten der Regierung erhöhten die Experten der führenden Forschungsinstitute die Prognose für das Bruttoinlandsproduktwachstum 2016 von bisher 1,6 auf 1,9 Prozent. Sollte sich die Prognose bestätigen, wäre dies das stärkste Wachstum in den vergangenen fünf Jahren.

2015 ist die deutsche Wirtschaft noch um 1,7 Prozent gewachsen. Die robuste Verbrauchernachfrage sowie die gestiegenen Staatausgaben infolge der Flüchtlingskrise tragen derzeit maßgeblich zur steigenden Wirtschaftsleistung bei.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Während die kauffreudigen Konsumenten eindeutig positiv einzuschätzen sind, stellen die höheren Staatsausgaben häufig ein Dilemma dar. Denn sie werden entweder aus den Steuereinnahmen oder über Staatsverschuldung finanziert. Läuft die Wirtschaft gut und sind die Steuereinnahmen solide, wie es derzeit der Fall ist, dann sind die höheren Staatsausgaben gut gedeckt und können kurzfristig das BIP-Wachstum stimulieren.

Problematisch wird es allerdings, wenn sich die Konjunktur abkühlt und die Steuereinnahmen sinken. Dann müssen entweder die Staatsausgaben gesenkt werden, was bei einer andauernden Flüchtlingskrise wohl nicht realistisch ist, oder die Verschuldung hochgefahren, oder die Steuern erhöht werden, was vor allem die Mittelschicht treffen würde. Damit das künftige Wachstum nachhaltiger wäre, braucht man einen Anstieg von Firmeninvestitionen. Durch ihr Liquiditätsprogramm versucht die EZB dies zu stimulieren, bisher allerdings ohne großen Erfolg.       

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