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19.05.2016

19:45 Uhr

Musterdepots

Geldpolitik in Theorie und Wirklichkeit

Die Verantwortlichen in der Europäischen Zentralbank sind überzeugt, dass ihre Geldpolitik Früchte zeigt. Wikifolio-Anlagestratege Alexander Kovalenko kann den Optimismus der Notenbanker nicht teilen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtAm Donnerstag wurde das Protokoll der EZB-Sitzung im April veröffentlicht. Demzufolge sind die Notenbanker verhalten optimistisch hinsichtlich des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone. Durch die beschlossene Ausweitung des Anleihekaufprogramms sowie den geplanten Erwerb von Unternehmensanleihen erhofft sich die Europäische Zentralbank, dass die Firmen sich noch günstiger refinanzieren und mehr investieren können. Dies würde der Wirtschaft der Eurozone einen zusätzlichen Impuls geben.

Darüber hinaus wird man weiterhin konsequent versuchen, die Inflation auf die gewünschte Marke von zwei Prozent zu bringen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Derzeit schaut die wirtschaftliche Realität allerdings so aus, dass dahinter ein großes Fragezeichen stehen muss. Das Problem der Notenbank ist, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes,  welche das Verhältnis zwischen der Geldmenge und dem Bruttosozialprodukt bestimmt, seit Jahren rückläufig ist. Bleibt sie niedrig oder geht sie gar zurück, kann die EZB so viel Geld drucken, wie sie will: Dies würde kaum ein gesundes, nachhaltiges Wachstum generieren.

Das Problem der Eurozone als Ganzes ist die Heterogenität der Volkswirtschaften, die eine gemeinsame Währung haben. Durch das bloße Gelddrucken werden diese Probleme nicht gelöst, man braucht tiefgreifende strukturelle Reformen, die vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der Mittelmeerländer erhöhen beziehungsweise wiederherstellen sollen.

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