Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.06.2015

20:38 Uhr

Musterdepots

Griechenland wird Börsen nicht dauerhaft im Bann halten

An den Kapitalmärkten scheint das griechische Schuldendrama das komplette Geschehen zu beherrschen. Der Dax spielt verrückt. Doch Musterdepot-Autor Daniel Hupfer ist sich sicher: das wird nicht von Dauer sein.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Griechenland und kein Ende. Während alle Welt auf den Ausgang des Referendums wartet, stellt sich für uns die Frage, ob man am kommenden Sonntag wirklich so viel schlauer sein wird. Im Falle eines „Nein“ nimmt die Wahrscheinlichkeit eines „Gexit“ sicherlich zu. Zwar glaubt der griechische Premierminister, dass er dann eine stärkere Verhandlungsposition hat, doch mit wem will er verhandeln?

Auch wenn die Regierung in Athen betont, im Euro bleiben zu wollen, dürfte die EZB in diesem Fall den Geldhahn endgültig zudrehen, sodass das griechische Bankensystem dann endgültig in die Insolvenz geht. Kompliziert werden dürfte es im Falle eines „Ja“ bei der Abstimmung werden.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Denn die europäischen Partner werden sich kaum mit einer Regierung an einen Tisch setzen, die diskreditiert ist und zu der sie jegliches Vertrauen verloren hat. Doch egal, was am kommenden Sonntag passiert: Dass ein Land, dessen Bruttoinlandsprodukt nur rund 0,2 Prozent der Weltwirtschaft entspricht, die Kapitalmärkte dauerhaft in seinen Bann schlägt, ist nicht zu erwarten.

Der gestrige Tag hat sich negativ auf unser Portfolio ausgewirkt, aber das Ausmaß bleibt begrenzt. Krisenindikatoren wie der US-Dollar oder auch Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben ohne nennenswerten Ausschläge. Der gestrige Handel am Aktienmarkt ist weiterhin unter dem Titel einer Bodenbildung zu charakterisieren. Dagegen zeigt sich der Anleihemarkt im Segment der südeuropäischen Staatsanleihen weiterhin schwächer. Wir gehen davon aus, dass sich bald die Gelegenheit ergibt, unsere vor einiger Zeit mit Gewinn verkauften Positionen, preiswert zurück zu kaufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×