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10.05.2016

18:22 Uhr

Musterdepots

Griechenlands Schulden bleiben gefährlich

Das griechische Parlament beschließt weitere Sparmaßnahmen. Musterdepot-Stratege Alexander Kovalenko glaubt nicht, dass damit das grundsätzliche Problem gelöst ist. Die Schuldenthematik wird die Märkte in Atem halten.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Ängste um das globale Wirtschaftswachstum sowie die europäische Flüchtlingskrise haben in den letzten Monaten das Thema Griechenland und die Schuldenlast des Landes in den Hintergrund gedrängt. Nun wird das nächste Hilfspaket vom Internationalen Währungsfonds, dem Euro-Rettungsfonds ESM sowie von der Presse wieder breit diskutiert.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das griechische Parlament hat vor einigen Tagen weitere Sparmaßnahmen gebilligt. Unserer Meinung nach war der Lösungsansatz beim griechischen Problem von Beginn an falsch. Am vernünftigsten wäre es gewesen, das Land aus dem Euro-Raum auszuschließen, eine Nationalwährung wiedereinzuführen und einen Schuldenschnitt zu unternehmen. Dies hätte eine starke Abwertung der Nationalwährung, Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit und einen Neuanfang für Griechenland bedeutet.

Dies ist aber politisch nicht gewollt. Das Land bleibt also im Euroraum und muss weiterhin die fehlende Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft mitschleppen.

Ein massiver Schuldenschnitt ist ebenfalls nicht gewünscht. Die Kreditgeber verlangen immer neue Sparprogramme, die unseres Erachtens das Problem nie lösen werden können. Was Griechenland braucht, ist überdurchschnittliches Wachstum und eine nennenswerte Inflation. Keines davon ist momentan in Sicht.

Ohne einen radikalen Schuldenschnitt und ein stimulierendes Wachstumsprogramm wird Griechenland nie seine Schulden zahlen können. Die Schuldenproblematik wird also auch in den nächsten Jahren immer wieder für Turbulenzen sorgen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

11.05.2016, 11:32 Uhr

Der Beitrag ist völlig unglaubwürdig!
Die Schulden Griechenlands kalten die EZB imd die Geberländer.
Die Finanzmärkte verlassen sich auf Deutschland. Erst wenn Deutschland aussteigt, bricht das Weltfinnanzsystem wieder einmal zusammen.
Auf diesen Ausstig kann man dafür oder dagegen wetten. Das ist DIE Stratehie! Alles andere ist Marketing!
Schämt euch!

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