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17.03.2016

20:40 Uhr

Musterdepots

Hält der Franken den Krisen stand?

Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins auf Rekordtief belassen. Doch wie lange geht die Geldpolitik gut? Handelsblatt-Autor Alexander Kovalenko schließt eine weitere Zinssenkung nicht aus.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die US-amerikanische Notenbank FED hat am Mittwoch den Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen und sich eher schleierhaft zu zukünftigen Perspektiven einer weiteren Zinserhöhung geäußert. Im Herbst letzten Jahres haben wir eine Aussage getroffen, dass das von den Markteilnehmern und von den FED-Ausschuss Mitgliedern prognostizierte Zinsanhebungstempo uns als nicht plausibel hoch erscheint. Bisher hat sich dies auch bestätigt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Schweizerische Nationalbank hat am Donnerstag den Leitzins ebenfalls nicht angehoben. Nun bleibt er auf dem historischen Tief von minus 0,75 Prozent. Nirgendswo ist das Geldparken für die Banken teurer als in der Schweiz. Darüber hinaus haben die Notenbanker der Alpenrepublik angekündigt, dass sie für weitere Eingriffe auf dem Devisenmarkt bereit stünden. Somit soll vermieden werden, dass der Schweizer Franken, der als Krisenwährung gilt, zu stark zum Euro aufwertet und somit die exportorientierte Wirtschaft schaden würde.

Die Ökonomen gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins demnächst eher stabil hält. Eine potentielle signifikante Aufwertung zum Euro könnte jedoch die Notenbanker zu einer weiteren Zinssenkung bewegen.

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