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22.02.2015

16:05 Uhr

Musterdepots

Herausforderung angenommen

Mit den Erkenntnissen aus der laufenden Quartalssaison nehmen unsere Strategen ihre Depots unter die Lupe. Dabei müssen Öl- und Gastitel nicht zwangsläufig aus dem Portfolio fallen, wie Alexander Kovalenko mutig beweist.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat am Donnerstag letzter Woche seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2014 vorgestellt. Der Firmenchef Gerhard Roiss betonte: „Die Halbierung des Ölpreises ist für uns und die Branche eine enorme Herausforderung“. OMV konnte aber trotzdem sehr solide abschneiden.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn ist im vierten Quartal um 23 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode gestiegen, was die Analystenerwartungen deutlich übertroffen hat. Dieses gute Ergebnis wurde in erster Linie dank dem Raffineriegeschäft erzielt, welches von dem billigeren Öl sogar profitieren konnte. Der Konzernchef Roiss hat ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, die Details dazu sind aber vorerst nicht genannt worden.

Jeder Bereich stehe unter der Kostensenkungslupe, so Gerhard Roiss. Auf jeden Fall werden, wie auch bei vielen anderen Ölkonzernen,  die Investitionen gekürzt. Die strategische Ausrichtung mit Fokus auf die Öl- und Gas-Suche sowie die Produktion bleibt aber intakt. Die Dividende von 1,25 Euro pro Aktie sollte trotz all der Herausforderungen auch erhalten bleiben. Laut unserer Berechnung gehört OMV derzeit zu den Top 3 der günstigsten Unternehmen im ganzen STOXX Europe 600 Universum. Wir bleiben investiert.   

Kommentare (1)

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Jupp Zocker

23.02.2015, 09:36 Uhr

Herr Kokologiannis

Ich danke Ihnen für diesen Beitrag und Ihren kritischen Blick auf die Dinge (teilweise gegen den Mainstream Ihrer Kollegen).

Die akut kollektiv beliebte Idee wegen 2-3% Buy-and-Hold-Dividendenrendite p.A. in Aktien zu gehen und 20-30% Volatilität auszusitzen, scheint mir so typisch deutsch wie blödsinnig. Das hat für mich überhaupt nichts mit Zinsersatz zu tun.

Aktien sind auch nicht alternativlos. Wenn überhaupt, dann sind sie je nach Risikograd des Anlegers, ein wichtiger Baustein neben anderen.

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