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06.03.2014

20:28 Uhr

Musterdepots

„Herr Draghi hält sich alle Möglichkeiten offen“

Die Autoren der Musterdepots sind sich einig: Die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank hielt keine Überraschungen offen. Sie blicken nun auf weitere Konjunkturdaten und die Lage in der Ukraine.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Nach mehreren Tagen intensiver Beobachtung der ukrainischen Nachrichtenlage steht heute mal wieder ein wirtschaftliches Thema im Mittelpunkt. Die europäische Notenbank hat den Leitzins auf ihrer Sitzung bei 0,25 Prozent belassen. Herr Draghi hat ausgeführt, dass die EZB weiterhin eine moderate Erholung der wirtschaftlichen Konjunktur im Euroraum erwartet. Viele Marktteilnehmer hatten zuletzt mit einer Zinssenkung beziehungsweise anderen unkonventionellen Schritten gerechnet, so dass die Notenbanksitzung von einigen als leichte Enttäuschung gewertet wird.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Allerdings hält sich Herr Draghi weiterhin alle Möglichkeiten offen, um auf Veränderungen des EZB-Szenarios reagieren zu können. Insgesamt kann die Notenbanksitzung als unspektakulär abgehakt werden. Neue Erkenntnisse konnten nicht erlangt werden, so dass sich der Fokus wieder auf die Konjunkturdaten und die geopolitischen Spannungen richten wird.

Aus dem Unternehmenssektor kommen weiterhin Berichte über das abgelaufene vierte Quartal. Die Veröffentlichung der Zahlen von Merck ist dabei symptomatisch für eine Reihe von Berichten, die wir zuletzt gesehen haben. Während auch Merck Umsätze und Gewinne auf Rekordniveau berichtet hat, war der Ausblick für 2014 sehr verhalten. Probleme bereitet vielen Unternehmen derzeit der starke Euro, so dass zunehmende Gewinne durch negative Wechselkurseffekte wieder aufgezehrt werden. Die Aktien des Pharmakonzerns kamen deutlich unter Druck, allerdings hat die Veröffentlichung anderer Unternehmenszahlen gezeigt, dass sich die Aktien häufig in der Folge wieder erholen. Dies halten wir auch für die Aktien von Merck für wahrscheinlich.

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