Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.09.2015

17:11 Uhr

Musterdepots

Hinterher ist man immer schlauer

Die ausgebliebene Zinswende verunsichert die Märkte. Es war nicht das erste Zögern der Fed, weiß Daniel Hupfer. Und Hausse-Skeptiker Georgios Kokologiannis profitiert von seinen Erinnerungen an schlechtere Zeiten.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Seit dem sich Ben Bernanke im Mai 2013 erstmals über ein mögliches Ende der ultra-expansiven US-Geldpolitik ausließ, hat dieses Thema die Kapitalmärkte nicht mehr losgelassen. Im Sommer 2013 sorgte die von der US-Notenbank ausgelöste Verunsicherung für das „taper tantrum“: einen temporären und starken Renditeanstieg, von dem nicht nur US-Staatsanleihen, sondern vor allem die Rentenmärkte in einigen Schwellenländern stark betroffen waren.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der damalige Fed-Präsident Bernanke deutete damals in einer Befragung vor dem US-Kongress erstmals an, dass die US-Notenbank ihr Anleiheaufkaufprogramm bald reduzieren könne, wenn die Notenbank davon überzeugt sei, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung verfestige. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries, die Anfang Mai 2013 noch bei rund 1,6 Prozent lag, stieg bis Anfang September 2013 auf fast drei Prozent an. Dies lag insbesondere daran, dass Anleger vermuteten, dass ein Ende des sogenannten „Quantitative Easing“-Programms, auch QE-Pgogramm genannt, auch sehr schnell erste Zinserhöhungen nach sich ziehen könnte.

Heute wissen wir, dass diese Sorgen übertrieben waren. Das „Tapering“, also die Reduzierung der Anleihenkäufe, begann erst im Januar 2014 und zog sich bis Oktober 2014 hin. Der US-Leitzins, die Federal Funds Target Rate, liegt hingegen immer noch in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent – und das unverändert seit Dezember 2008. Allerdings haben die Federal Reserve und ihre Präsidentin Janet Yellen in den vergangenen Monaten die Märkte darauf vorbereitet, dass noch im Verlauf dieses Jahres eine erste Zinserhöhung wahrscheinlich sei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×