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24.09.2014

20:01 Uhr

Musterdepots

Hochmut kommt vor dem Fall

Das deutsche Geschäftsklima hat sich erneut verschlechtert. Analysten scheint das allerdings wenig zu kümmern. Sie gehen weiter von steigenden Unternehmensgewinnen aus. Georgios Kokologiannis hält das für einen Fehler.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft schätzen nicht nur die aktuelle Geschäftslage schlecht ein, sondern auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Davor warnt jetzt der Ifo-Geschäftsklimaindex – einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren hierzulande.

Aktienoptimisten üben sich dennoch weiter hartnäckig in Realitätsverweigerung und träumen – wie schon seit Monaten – von plötzlich steigenden Unternehmensgewinnen. Die Erklärung dafür, woher denn die wundersamen Ertragssprünge kommen sollen, bleiben die Experten schuldig.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bei den Dax-Konzernen hoffen Analysten laut dem Informationsdienstleister Bloomberg bis zum Jahresende im Schnitt allen ernstes auf einen Gewinnsprung um über ein Viertel. Und selbst dann läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der deutschen Standardaktien mit rund 13,6 noch weit über dem Zehnjahres-Mittel, das bei 11,4 liegt. Kein Wunder, dass der deutsche Leitindex derzeit um seinen Stand vom Jahresanfang kämpft, statt wie in Aussicht gestellt nachhaltig die 10000er-Marke zu überwinden.

Mit meiner eher vorsichtigen Depotaufstellung sehe ich mich daher weiter genau richtig positioniert: Ich setze auf defensive Anlagezertifikate, die teilweise völlig immun sind gegen Abwärtsphasen an den Börsen und schütze damit das Handelsblatt-Portfolio vor größeren Schwankungen.

Damit das auch weiterhin so bleibt, würde ich Direktinvestitionen ohne Absicherung durch spezielle Zertifikate oder Optionsscheine erst bei deutlich niedrigeren Notierungen in Erwägung ziehen - frühestens etwa bei einem Dax-Stand von 8 000 bis 8 500 Punkten. Am wahrscheinlichsten halte ich allerdings weiterhin das Szenario, auf das ich das Depot bereits seit Ende Januar ausgerichtet habe: Eine schwankungsbreite Seitwärtsbewegung von bis zu rund 600 Punkten beim Dax um seinen Jahresanfangsstand von 9552 Zählern.

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