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27.10.2015

20:53 Uhr

Musterdepots

Hoffen auf die US-Bilanzsaison

Die USA geben an den Börsen wieder den Ton an – und die Autoren lauschen nach neuen Signalen. Besonders gespitzt sind die Ohren für Informationen zur US-Geldpolitik, neuen Konjunkturdaten und frischen Quartalszahlen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Berichtssaison in den USA ist in vollem Gange und nachdem gut ein Fünftel der aktuell im S&P-500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen für das dritte Quartal berichtet haben, ist es an der Zeit für ein Zwischenfazit. Angesichts der zuletzt ziemlich angespannten Lage an den Finanzmärkten wäre es derzeit besonders wichtig wenn die Berichtssaison positiv überraschen und somit einen versöhnlichen Jahresausklang einläuten könnte.

Nachdem der Aluminiumkonzern Alcoa, der traditionell die US-Berichtssaison einläutet, mit einem deutlich gesunkenen Gewinn einen klassischen Fehlstart hinlegte, folgten Indexschwergewichte wie Nike, JP Morgan oder Boeing mit positiven Überraschungen.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Mit 102 Unternehmen aus dem S&P-500, die bereits berichtet haben, ist die Stichprobe zwar noch nicht besonders groß, sie lässt unseres Erachtens aber bereits einen vorläufig positiven Befund zu. In Summe haben laut IBES-Daten bisher 71 Prozent der Unternehmen im S&P-500 die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen können, was angesichts des starken Dollars, kriselnder Schwellenländern und Unsicherheiten über eine mögliche Leitzinserhöhung positiv zu bewerten ist.

Auch wenn es für eine Sektorauswertung noch zu früh ist, fällt das bisher vergleichsweise schlechte Abschneiden der Unternehmen im Sektor der zyklischen Konsumgüter auf. Dies könnte im weiteren Verlauf der Berichtssaison von Bedeutung sein, da der Konsumsektor in den USA eine wichtige Stütze der Gesamtwirtschaft ist. Der Trend der letzten Quartale, Unternehmen die negativ überraschen stark abzustrafen, ist auch weiterhin intakt. So büßte beispielsweise Walmart nach Veröffentlichung ihrer, die Gewinnschätzung verfehlenden, Quartalszahlen knapp zehn Prozent ihrer Marktkapitalisierung ein.

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