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02.08.2016

18:35 Uhr

Musterdepots

Hohes Verlustpotential bei Staatsanleihen

Die große Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen hat die Renditen auf Allzeittiefs gedrückt. Doch kurzfristig herrscht ein hohes Verlustpotential, warnt Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Kurzfristig herrscht hohes Verlustpotenzial bei deutschen Staatsanleihen. Darauf deutet ein Indikator des Beratungsunternehmens Sentix, das regelmäßig Informationen zum Anlegerverhalten und zur Anlegerpsychologie analysiert. Aus einem speziellen Index gehe hervor, dass die Investoren einer sehr starken Trendwahrnehmung unterlägen, die Sorglosigkeit und Selbstüberschätzung begünstige. In solchen Situationen könne die Mehrheit der Investoren leicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Hintergrund: In den vergangenen Monaten hat die hohe Nachfrage nach den begehrten Bonds die Renditen auf immer neue Allzeittiefs gedrückt – und die Notierungen im Gegenzug immer höher getrieben. Inzwischen rentieren sämtliche deutsche Staatspapiere mit bis zu zehn Jahren Laufzeit im Minus. Die vielbeachteten zehnjährigen Papiere rentieren mit Minus 0,05 Prozent unweit ihres vor knapp vier Wochen erreichten Allzeit-Renditetiefs von Minus 0,2 Prozent.

Trotz der Negativverzinsung und aller mahnenden Stimmen ist die Nachfrage nach den vermeintlich sicheren Bundesbonds ungebrochen – auch  bei vielen Privatinvestoren. Denn der Ertrag im roten Bereich bedeutet nicht, dass der Käufer damit zwangsläufig einen Verlust einfährt: Die Kennzahl steht lediglich für die Rendite, die erreicht wird, falls das Papier bis zum Laufzeitende im Depot belassen wird.

Doch bis dahin können die Kurse der Anleihen vorübergehend noch deutlich steigen. Weiter angetrieben etwa von den milliardenschweren Wertpapierkäufen der Europäischen Zentralbank („QE-Programm“), die auch deutsche Staatspapiere umfassen. Das kann bei einem vorzeitigen Ausstieg hohe Spekulationsgewinne ermöglichen. So wie schon in den vergangenen Monaten. So hat etwa die zehnjährige Bundesanleihe mit einprozentigem Kupon allein seit Anfang dieses Jahres rund sieben Prozent an Wert zugelegt während etwa Dax & Co am Aktienmarkt nur Verluste vorzuweisen haben.

Und auf eine Fortsetzung genau dieses Trends haben es offensichtlich immer mehr Marktteilnehmer abgesehen – und verdrängen dabei die Risiken.

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