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21.06.2015

17:38 Uhr

Musterdepots

In der Ruhe liegt die Kraft

Allem Expertentum zum Trotz: Niemand kann, wissen was morgen passiert. Und genau so sollte man auch sein Depot aufstellen, weiß Stratege Alexander Kovalenko. Kurzfristige Überlegungen sollte den Blick nicht trüben.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Wenn es der Mensch oft noch nicht einmal schafft, das Wetter von morgen verlässlich vorauszusagen, wie soll er dann in der Lage sein, kurzfristige Börsen- und Wechselkursprognosen seriös und zuverlässig aufzustellen? Die Antwort ist: Gar nicht. Dennoch starrt alle Welt bei der Veröffentlichung von Prognosen zur Konjunktur- oder Börsenentwicklung auf die Wirtschaftsforschungsinstitute und Notenbanken.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dabei sind sich Experten, Analysten und Investoren schon bei der Interpretation von handfesten Wirtschaftsdaten häufig nicht einig. Wir halten uns vor diesem Hintergrund zurück, kurzfristige Prognosen aufzustellen. Unserer Meinung nach sind Anleger, die ihre strategische Vermögensplanung auf kurzfristige Prognosen aufbauen besser im Wettbüro als an Wertpapierbörsen aufgehoben.

Jeder weiß: schon in fünf Minuten kann die Welt anders aussehen, etwa weil Naturkatastrophen zu Ernteausfällen führen oder außenpolitische Spannungen die Preise für Öl und Gas in die Höhe schnellen lassen. Unsicherheit regiert die Welt, und bei zunehmender Gleichgerichtetheit von Handelsaktivitäten nehmen die Marktausschläge unweigerlich zu.

Die gute Nachricht ist: Mit dem Wissen um eine historisch erfolgreiche, auf fundamentalen Daten basierende Anlagestrategie kann man lernen, Marktschwankungen zu akzeptieren und sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

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