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31.01.2017

16:07 Uhr

Musterdepots

Inflation durchkreuzt Pläne der Währungshüter

Wie lange kann die EZB ihre Geldschwemme ungehindert fortsetzen? Diese Fragen beantworten die Handelsblatt-Musterdepotstrategen Kokologiannis und Niefünd mit unterschiedlichen Ansichten.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtWie lange kann die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldschwemme trotz unübersehbar steigender Inflationsrisiken tatsächlich ungehindert fortsetzen? Erst Anfang der Woche hatte zwar Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny  gesagt, er erwarte keine raschen Beschlüsse über ein Abschmelzen der billionenschweren EZB-Anleihenkäufe. Verlassen sollten sich Anleger aber besser nicht darauf.

Die überraschend anspringende Teuerung durchkreuzt derzeit die Pläne der Währungshüter. Neuste Daten vom Dienstag zeigen: Die Verbraucherpreise im Euro-Raum sind zuletzt auf 1,8 Prozent nach oben geschnellt – und damit so stark wie seit rund vier Jahren nicht mehr. Doch damit kommt die Inflation wieder deutlich näher an das Ziel der EZB von knapp zwei Prozent heran. Noch im Dezember lag die Teuerungsrate bei nur 1,1 Prozent.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dass die Europäische Zentralbank - wie von Ratsmitglied Nowotny behauptet - weniger Wertpapierkäufe bei der Vorlage ihrer neuen Wirtschaftsprognosen im März nicht einmal diskutieren werde, halte ich daher für völlig abwegig. Die Geldpolitiker wissen zudem: Sollte sich die Inflationsentwicklung weiter beschleunigen, wäre das im Superwahljahr 2017 Wasser auf die Mühlen der ohnehin erstarkenden radikalen, europafeindlichen Parteien. Das kann nicht im Interesse der selbsternannten Euro-Retter der EZB sein.

Seit dem Start im März 2015 bis Ende 2016 hat die EZB mit frisch geschöpften Notenbankgeld Anleihen im Umfang von über 1,2 Billionen Euro aufgekauft – und damit maßgeblich auch Dax & Co. aufgepumpt. Vorgeblich um Deflationsgefahren zu bekämpfen. Im Dezember hatten die Ratsmitglieder um EZB-Chef Mario Draghi beschlossen, das umstrittenen Kaufprogramm sogar um mindestens neun Monate bis Ende 2017 zu verlängern.

Kommentare (2)

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Unbekannt

31.01.2017, 16:48 Uhr

Kann es denn wirklich so sein, dass die bekanntesten Finanz- und Währungsfachleute nicht verstehen, was die EZB unter Draghi beabsichtigt? Den Herrn Draghi interessiert ausschließlich die Frage, wie er die Staatsverschulldung in Europa währungstechnisch abbauen kann.

Nehmen Sie doch bitte mal Ihren Notizblock zur Hand und rechnen aus, was bei 5 % Geldentwertung nach 10 Jahren von den griechischen, italienischen oder deutschen Staatsschulden übrig bleibt. Weiterhin berechnen Sie bitte,was von

Unbekannt

31.01.2017, 16:53 Uhr

Entschuldigung, es geht hier weiter:

den 5.400.000.000.000 Euro deutsches Finanzvermögen bei null Zinsen und 5 % Geldentwertung in zehn Jahren an Kaufkraft übrig bleibt.

Dann wissen Sie auch wer die Staatsschulden in Europa zurückzahlt, und warum der Herr Schäuble ein so zufriedener Mann ist.

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