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07.07.2016

16:50 Uhr

Musterdepots

Ja zu Anleihen

Musterdepotstratege Daniel Hupfer hat seine Zinsprognose für das Jahresende gesenkt. Dennoch hätten Anleihen mit einem guten Rating auch in der aktuellen Niedrigzinsphase ihre Berechtigung im Portfolio. Die Musterdepots.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtAufgrund der durch den Brexit gestiegenen Unsicherheit an den Kapitalmärkten, den nur sehr moderaten Wachstumsaussichten sowohl in der Eurozone als auch weltweit und der anhaltend expansiven Geldpolitik der Notenbanken haben wir unsere Zinsprognosen für zehnjährige Bundesanleihen für das Jahresende 2016 um 40 Basispunkte auf 0,1 Prozent gesenkt.

Für zehnjährige US-Treasuries erwarten wir zum Jahresende ebenfalls niedrigere Renditen. Hier haben wir unsere Prognose um 60 Basispunkte auf 1,6 Prozent gesenkt. Auch der Blick über das Jahresende hinaus verheißt nur wenig Änderung am Zinsniveau.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sowohl in den USA als auch in Kerneuropa erwarten wir für die ersten Monate in 2017 nur einen sehr moderaten Zinsanstieg, der sich in der Bandbreite zwischen 0 und 20 Basispunkten bewegen sollte. Und dies auch nur, wenn sich die konjunkturelle Entwicklung dies- und jenseits des Atlantiks nicht weiter abschwächt.

Natürlich flammen jetzt wieder die Diskussionen auf, ob gut geratete Anleihen ihre Berechtigung in der Portfoliostruktur haben. Auf Basis der aktuellen Rahmenbedingungen beantworten wir dies eindeutig mit Ja. Wir sprechen uns im Portfoliokontext aktuell weiterhin dafür aus, Anleihen mit gutem Rating und längerer Duration beizumischen.

Die starke Aktienmarktvolatilität in den vergangenen Tagen und Wochen wurde im Portfoliokontext durch solche Beimischungen deutlich abgemildert. Aktuell halten wir unter anderem Anleihen von Bayer, BNP, Deutsche Lufthansa und Otto sowie über ETFs Anleihen vom Staat Italien sowie aus dem europäischen Hochzinsanleihesektor.

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