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25.08.2016

16:44 Uhr

Musterdepots

Jetzt müssen die Firmen liefern

Ein schwacher Ifo-Index erwischt Ökonomen und Analysten kalt. Georgios Kokologiannis erkennt das Problem. Nun muss die Stunde der Unternehmen schlagen. Doch warum sie es nicht tun wird, das weiß der Depotstratege.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Einer der bedeutendsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland schlägt laut Alarm: Der vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima-Index fiel im August den zweiten Monat in Folge – und zwar so stark wie seit der Eskalation der europäischen Staatschuldenkrise vor rund vier Jahren nicht mehr. Experten interpretieren dies nun vor allem als Zeichen dafür, dass sich die hiesigen Unternehmen über die Auswirkungen der Brexit-Entscheidung der Briten auf ihre Aufträge sehr wohl sorgen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Rätselhaft: Für Volkswirte kommt der Stimmungseinbruch bei den Firmenchefs offenbar dennoch völlig „überraschend“. Denn die meisten befragten Ökonomen hatten sogar einen steigenden Ifo-Index vorhergesagt – trotz des Anti-EU-Votums Großbritanniens, dem bisher drittgrößten Absatzmarkt deutscher Exporte nach den USA und Frankreich.  Allein 2015 nahmen die Briten hiesige Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 90 Milliarden Euro ab. Nun aber drohen Handelshemmnisse.

Ich sehe mich durch das Ifo-Konjunkturbarometer in meiner eher defensiven Ausrichtung des Musterdepots in Bezug auf den Aktienmarkt bestätigt. Niedrigzinsen hin, billiges Notenbankgeld her: Damit sich etwa der Dax fundamental abgesichert - und somit dauerhaft - im fünfstelligen Punktebereich halten kann, wird ein Wachstum der Firmenerträge immer zwingender.

Woher das aber kommen soll, weiß derzeit niemand. Der Bruttogewinn der 30 Dax-Unternehmen stagniert schon ohne die absehbaren Brexit-Einbußen unter dem Strich bereits seit mehr als sechs Jahren. Im vergangenen Geschäftsquartal sind die Netto-Gewinne der hiesigen Börsenschwergewichte sogar um mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

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