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28.11.2016

17:41 Uhr

Musterdepots

Kehrt die Inflation zurück?

Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis beschäftigt sich mit den Aussichten von inflationsgesicherten US-Staatsanleihen. Nur ein wichtiger Punkt hält von einem Investment in solche Vehikel ab.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtEs ist eine der aktuellen Top-Empfehlungen von Goldman Sachs für das kommenden Jahr: Inflationsgesicherte US-Staatsanleihen erscheinen nach Einschätzung der Investmentbank derzeit besonders aussichtsreich. Solche speziellen Produkte sollen verlässlich vor Vermögensverlusten durch Inflation schützen. Denn je höher die Teuerungsraten, desto höher auch die Zinszahlungen dieser Anlagevehikel.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Anleger aus dem Euro-Raum können mit dem Kauf solcher Papiere sogar automatisch davon profitieren, wenn sich eine weitere Prognose der Goldman-Experten bewahrheiten sollte: Eine Fortsetzung der momentanen Dollar-Aufwertung. Die Strategen des Wall Street-Hauses rechnen mit einem weiteren Anstieg des Wechselkursen zum Euro. Der solide Zustand der US-Wirtschaft, eine weniger expansive Geldpolitik in den USA und wachsende politische Risiken in Europa sprächen für den Greenback.

In beiden Punkten stimme ich nicht ganz mit den Bankern überein. So können inflationsgeschützte Anleihen in der Theorie zwar eine interessante Depotbeimischung sein. Was mich in der Praxis aber vor einem Engagement besonders abhält, ist ein gewisses Misstrauen gegenüber der Verlässlichkeit offiziell ermittelter und publizierter Inflationsmesszahlen, an die die Zinskupons gekoppelt sind.

Bei der Währungswette, die Goldman Sachs vorschlägt, teile ich die Auffassung der Fachleute nur auf kurze Sicht: Falls der US-Dollar im Verhältnis zur europäischen Gemeinschaftswährung tatsächlich weiter aufwertet, wird sich diese Entwicklung im Jahresverlauf vermutlich wieder umkehren - spätestens, wenn die Europäische Zentralbank den Einstieg in den Ausstieg aus ihrem Anleihekaufprogramm signalisiert.

Kommentare (1)

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Tschortscho Eibl

28.11.2016, 18:02 Uhr

Nö, wird sie nicht !

Die US haben ihre Schulden weltweit verkauft, das haben die Europäer verschlafen.
bzw. konnten es gar nicht.
Russland und China lassen es nicht zu, dass auf ihre Währungen spekuliert wird.

Tja, dumm gelaufen.

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