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01.10.2015

20:10 Uhr

Musterdepots

Kein Puffer mehr in der Aktienbaisse

Normalerweise gilt die Regel: Wenn es am Aktienmarkt schlecht läuft, profitieren Anleihen. Doch in der aktuellen Aktienbaisse ist alles anders. Anleihen haben ihre Pufferfunktion verloren, glaubt Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Der Dax hat mittlerweile gegenüber seinem Spitzenwert Anfang April dieses Jahres über 20 Prozent an Wert verloren. Gemessen an der letzten größeren Korrektur im Jahr 2011 fällt dieser Rückschlag bislang immer noch weniger stark aus. In den Sommermonaten 2011, als Investoren eine erneute konjunkturelle Schwäche in der Eurozone befürchteten, korrigierte der Dax um rund 32 Prozent. In anderer Hinsicht jedoch ist die laufende Korrektur am Aktienmarkt durchaus mit der Situation 2011 vergleichbar, nämlich bei den Auswirkungen auf gemischte Portfolios, die sowohl Aktien als auch Renten halten.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Im Jahre 2011 haben langlaufende Anleihen ihre übliche Pufferfunktion gut erfüllt: Während der Dax fiel gewannen die Bundesanleihen an Wert. In einem 50/50 Mischportfolio aus Dax und zehnjährigen Bunds betrug der Verlust 2011 in der Spitze rund 13 Prozent und fiel damit wesentlich geringer aus als bei einem reinen Aktienportfolio. In der laufenden Korrektur am Aktienmarkt haben Anleihen ihre Pufferfunktion dagegen nicht erfüllt.

So verloren zu Beginn der Aktienmarktkorrektur auch Bundesanleihen mit langen Restlaufzeiten deutlich an Wert. Zuletzt war allerdings zumindest eine leichte Gegenbewegung der festverzinslichen Titel zu erkennen. Die Auswirkungen auf ein 50/50 Mischportfolio: Auch in der laufenden Korrektur beträgt der maximale Verlust bis einschließlich gestern rund 13 Prozent und erreicht damit das Ausmaß von 2011. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus scheinen festverzinsliche Wertpapiere daher ihre in der Vergangenheit übliche Pufferfunktion bei fallenden Aktienmärkten verloren zumindest aber verringert zu haben.

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