Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.11.2015

09:43 Uhr

Musterdepots

Kein Window-Dressing nötig

Daniel Hupfer, M.M.Warburg, kann sich freuen. Sein Depot profitiert vom hohen Anstieg der Infineon-Aktie. Nicht nur deswegen verzichtet er auf einen Trick, der bei Portfoliomanagern vor dem Jahresende oft Verwendung findet.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe Titel besprochen haben, die sich nicht erwartungsgemäß entwickelt haben, so können wir uns heute über den Bestand an Infineon-Aktien freuen. Seit Beginn der Investition hat sich die Aktie sehr gut entwickelt, aber mit dem gestrigen Zugewinn von mehr als 13 Prozent hat sich Infineon an die Spitze unseres Depots gesetzt. Die Unternehmenszahlen waren hervorragend. Wesentlicher Treiber war die hohe Nachfrage aus dem Automobilsektor, da die zunehmende Vernetzung im Auto den Einbau von Prozessoren erforderlich macht.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alle Erwartungen konnten übertroffen werden und der Gewinn im vergangenen Quartal lag mit 286 Millionen Euro über der Prognose von circa 250 Millionen Euro. Die Dividende für dieses Jahr wird auf 20 Cent erhöht, die Aktionäre können somit direkt von der guten Geschäftsentwicklung profitieren. Die Analysten reagierten auf die Zahlen mit der Anhebung ihrer Kursziele bei diesem Aktientitel. Wir bleiben weiter investiert, da wir auch zukünftig mit einer positiven Entwicklung bei Infineon rechnen.

In diesen Tagen setzt das erwartete Window-Dressing ein: Aktien, die in diesem Jahr eine überproportionale Wertsteigerung hatten, werden nochmals gekauft, damit Portfoliomanager ihren Kunden zeigen können, ebenfalls in diesen Titel investiert gewesen zu sein. Erfahrungsgemäß sind aber per Ende November wesentliche Teile der Jahresperformance festgezurrt. Daher macht es aus unserer Sicht keinen ökonomischen Sinn diese Art von Portfoliooptimierung umzusetzen. Vielmehr ist entscheidend, die richtige Aktienquote in den einzelnen Marktphasen gehabt zu haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×