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08.07.2015

20:04 Uhr

Musterdepots

Keine Angst vor China-Crash

Der chinesische Leitindex hat binnen drei Wochen fast ein Drittel an Wert verloren. Für Daniel Hupfer ist das eine notwendige Korrektur – kein Vorbote einer Finanzkrise. Auch Alexander Kovalenko sieht den Sturz gelassen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Veritable Kursverluste gab es zuletzt an der Börse in China zu verzeichnen: Der Shanghai SE Composite Index verlor seit Mitte Juni bis zum Börsenschluss gestern rund 27,5 Prozent an Wert. Maßnahmen der Regierung, den Preisverfall zu stoppen, liefen bislang ins Leere. Gleichzeitig rutschten auch die Preise für wichtige Rohstoffe wie Kupfer, Eisen und Silber in den letzten Tagen ab. Die Nervosität nimmt zu, dass es sich dabei um Vorboten einer größeren Krise im Reich der Mitte handelt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wir rechnen damit, dass die Diskussion um ökonomische Verwerfungen in China zunächst anhalten wird. Dies könnte dazu beitragen, dass Aktien von Unternehmen mit einem hohen Geschäftsanteil in China zunächst unter Abgabedruck bleiben.
Die Befürchtung, dass sich eine Krise im Reich der Mitte anbahnt, teilen wir dagegen nicht. Vor den jüngsten Kursverlusten hatte der chinesische Aktienmarkt massiv zugelegt: Seit dem Ende des zweiten Quartals 2014, als die Rally begann, legte der Shanghai SE um 82 Prozent zu, seit Jahresbeginn 2015 beträgt das Plus trotz der Korrektur immer noch rund 15 Prozent.

Die Hausse an der Börse war vor allem von Privatanlegern befeuert worden, die mitunter stark gehebelt in den Markt investiert hatten. Einen Bezug zur vergleichsweise schwachen wirtschaftlichen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft hatte die Hausse am Aktienmarkt nicht. Insofern halten wir den Rückschluss auch nicht für korrekt, dass schwächere Kurse ein Vorbote für eine wirtschaftliche Krise in China sind.

Kommentare (2)

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Herr Hans-Henning Quast

08.07.2015, 20:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Hupfer,

ich befürchte, dass Sie die Dimension des Risikos dessen, was sich gerade auf dem chinesischen Aktienmarkt einschliesslich Hongkong abspielt, völlig unterschätzen und empfehle Ihnen, sich die Analysen in der Financial Times dazu und insbesondere der von James Mackintosh genau anzusehen.

Mit freundlichen Grüssen
Hans-Henning Quast

Herr Helmut Metz

08.07.2015, 20:58 Uhr

Ich würde das noch viel gelassener sehen, hätte ich auf meinen Instinkt gehört und wäre schon vor ca. 2 Wochen z.B. mit einem 12x Faktorzertifikat short gegangen. Der Zug ist jetzt abgefahren. Leider hatte ich bei der Schnellsuche damals auch kein geeignetes Derivat auf den Shanghai Composite Index gefunden. :(
Der Hongkonger Hang Seng scheint mir dagegen noch nicht so überhitzt zu sein. Aber man kann sich täuschen...

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