Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.11.2016

10:05 Uhr

Musterdepots

Keine nachhaltige Rally

Selbst wenn Hillary Clinton das Rennen um das Präsidentenamt in den USA gewinnen sollte, erwartet Depostratege Georgios Kokologiannis keine nachhaltige Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt. Die Musterdepots.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Die Angst der Investoren vor einem möglichen Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen sorgt an der Wall Street für steigende Unruhe: Der S&P 500 Index gab zuletzt an neun Tagen hintereinander nach. Das ist die längste Verlustserie des Börsenbarometers seit mehr als 36 Jahren.

Selbst wenn Hillary Clinton am Dienstag das Rennen für sich entscheiden sollte, erwarte ich nach einer kurzen Erleichterungsrally am Aktienmarkt keine nachhaltige Aufwärtsbewegung – stattdessen eine Entwicklung analog zum Vorjahr, falls die dortige Zentralbank weiterhin signalisiert, im Dezember tatsächlich die Leitzinsen anzuheben. Also statt der von vielen Investoren vermuteten saisonalen Rally ein prozentual zweistelliges Abbröckeln der Indizes bis ins nächste Jahr hinein.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Hintergrund: Fundamental spricht nichts für nachhaltig steigende Börsen. Im Gegenteil: Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass die zweitlängste Aktienhausse aller Zeiten allmählich ihrem Ende zuneigt. So dürfte in den USA beispielsweise die Arbeitslosenquote nach Einschätzung von Ökonomen inzwischen ihren Boden erreicht haben – in der Vergangenheit war das einer der verlässlichsten Signalgeber für eine anstehende Wende im Börsenzyklus.

Seitdem die US-Notenbank Fed ihre Anleihekäufe („QE3-Programm“) vor zwei Jahren vollständig auslaufen ließ, kommen die Aktienkurse an der Wall Street ohnehin kaum noch von der Stelle. Der Leitindex S&P 500 bewegt sich seit Oktober 2014 innerhalb einer Spanne von insgesamt nicht einmal 20 Prozentpunkten um sein damaliges Kursniveau.

Ohne erneute geldpolitische Unterstützung wird den hochbewerteten US-Börsen auch künftig kein nachhaltiger Ausbruch auf der Oberseite mehr gelingen. Dazu ist das Gewinnwachstum der Unternehmen schlicht zu schwach. Und ohne Rückenwind von der weltweit taktgebenden Wall Street wird auch den Aktienmärkten hierzulande keine nennenswerte Fortsetzung der mehr als siebenjährigen Aufwärtsbewegung gelingen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×