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11.12.2016

16:47 Uhr

Musterdepots

Keine Sorgen um Italiens Banken

Die Krise der italienischen Banken beschäftigt viele Anleger. Alexander Kovalenko muss sich keine Sorgen machen: Der Experte von Bayerische Vermögen verzichtet auf Bankaktien – aus grundsätzlichen Erwägungen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die italienische Bankenkrise spitzt sich zu. Im Fokus steht derzeit vor allem das drittgrößte Institut Banca Monte dei Paschi, das unter faulen Krediten leidet und dringendst frisches Kapital braucht. Am Freitagnachmittag kam von der Nachrichtenagentur Reuters eine Information, laut der die EZB die Anfrage der angeschlagenen Bank auf eine Fristverlängerung bei der Kapitalsuche abgelehnt hat.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Momentan scheint es für Monte dei Paschi fast unmöglich zu sein, eine Kapitalspritze von privatwirtschaftlichen Akteuren zu erhalten. Es wird immer wahrscheinlicher, dass es eine Teilverstaatlichung geben wird. Dabei ist Monte dei Paschi nur eines der Symptome des kranken Bankensystems Italiens. Das größte Finanzinstitut des Landes, Unicredit, sucht zum Beispiel ebenfalls nach frischem Kapital. Die Bank hat mit dem größten Portfolio von problembehafteten Krediten in ganz Europa zu kämpfen.

Obwohl die Lage der Unicredit noch bei weitem nicht so schlimm ist wie bei Monte die Paschi, spielt die aktuelle politische Situation in Italien nicht gerade in die Karten der Banken bei der Investorensuche. Die Problematik des italienischen Bankensystems wird wohl die Märkte noch lange beschäftigen. Bei unserem Musterdepot werden keine Bankenaktien gehalten. Dies hat mit der aktuellen Situation nichts zu tun, sondern war eine strategische Entscheidung aufgrund der Undurchsichtigkeit der Bilanzen der Bankenhäuser.

Kommentare (1)

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Herr Peter Dirnberger

12.12.2016, 08:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
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