Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2017

19:43 Uhr

Musterdepots

Keine Zeit für Jubelstürme

Donald Trump tönt, doch er wird nicht konkret. Georgios Kokologiannis warnt vor einem erneuten Jubellauf. Im Depot von Alexander Kovalenko gibt es leichte Anpassungstendenzen. Die Musterdepots im Überblick.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Obwohl Donald Trump auch rund einen Monat nach seinem Amtsantritt wenig Konkretes zu seinen wichtigsten wirtschaftspolitischen Vorhaben liefert, erscheint das Vertrauen der Anleger in den US-Präsidenten unerschütterlich: Seit Trumps Wahlsieg hat sich der US-Aktienmarkt um 2,2 Billionen Dollar verteuert.

Maßgeblich auch wegen seiner in Aussicht gestellten „phänomenalen“ Steuerreform, die Experten zufolge etwa die Unternehmensgewinne je Aktie im S&P 500 Leitindexindex bis Ende 2018 um rund acht Prozent erhöhen könnte. Die angedachte Reform sieht unter anderem eine mögliche Senkung der Unternehmensbesteuerung von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent vor.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Fachleute weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass es sich als schwierig erweisen dürfte, grundlegende gesetzliche Veränderungen umzusetzen. Denn Trump leite eine Koalition von Politikern mit sehr unterschiedlichen Auffassungen. Zudem verfüge seine Partei im Senat über eine nur geringe Mehrheit.

Zu den größten Skeptikern gehört etwa David Stockman, ein ehemaliger Wirtschaftsberater unter Ronald Reagan. Der Experte geht davon aus, dass es in den kommenden Monaten überhaupt keine Steuerreform geben dürfte. Anleger sollten sich seiner Einschätzung nach von der aktuellen Jubelstimmung an der Wall Street nicht mitreißen lassen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

20.02.2017, 12:17 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

ich liebe Bedenkenträger. Schwarzseher sind mir sogar richtiggehend ans Herz gewachsen. Sie fragen warum? Des Rätsels Lösung ist einfach: Je mehr Pessimisten es an der Börse gibt, desto sicherer klettern die Börsenkurse in luftige Höhen. Liegt daran, dass die Pessimisten ihre Aktien längst verkauft haben und dadurch als Verkäufer ausfallen. Liegt weiter daran, dass sie keine Aktien mehr im Depot haben und deshalb potentielle Käufer sind. Deshalb bitte ich darum, fahren Sie fort, vor den Untiefen und Gefahren der Börse zu warnen.

Auch Ihre heutige Warnung gefällt mir wieder sehr. Nicht auszuschliessen, dass Donald Trump seine angekündigte Steuerreform nicht umsetzen kann. Aber dann wird man wohl davon ausgehen dürfen, dass er seine gesamten Wahlversprechen nicht umsetzen kann. Der Herr Präsident würde zu einer machtlosen "lame duck". Vielleicht setzt ihm das so zu, dass er von seinem Amt zurücktritt. Oder er überdenkt seine ganzen Vorhaben. Baut vielleicht keine Mauer zu Mexiko. Errichtet stattdessen Moscheen. Denkbar? Oder nicht?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×