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10.11.2014

20:17 Uhr

Musterdepots

Kommt die Euro-Trendwende?

Viele Experten wiederholen es immer wieder: Der Dollar wird gegenüber dem Euro weiter steigen. Unser Kommentator geht allerdings davon aus, dass der Euro-Verkauf übertrieben ist und setzt auf die Gemeinschaftswährung.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Am Devisenmarkt bahnt sich ein unerwarteter Richtungswechsel an: Die Talfahrt des Euro im Verhältnis zum US-Dollar könnte schon bald enden – und in eine Gegenbewegung münden. Darauf deuten jetzt Indikatoren des Analysehauses Sentix. Die Fachleute untersuchen regelmäßig das Befinden der Anleger und ziehen daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Zwar habe sich die aktuelle Stimmung für die Gemeinschaftswährung weiter eingetrübt. Erstmals seit langer Zeit entwickelten sich jedoch die mittelfristigen Markterwartungen zu Lasten des US-Dollars. Ein Prozess habe eingesetzt, in dessen Zuge erste Investoren umdenken würden. So das Ergebnis der jüngsten Erhebung. Fazit der Experten: Contrarian-Anleger sollten hellhörig werden. Investoren also, die sich in bestimmten Phasen gezielt gegen den aktuellen Trend positionieren. Das Kalkül hinter dieser Strategie: Wenn alle in eine Richtung laufen, kann das Ausdruck einer Übertreibung sein – eine Trendumkehr oder zumindest Korrektur steht dann oft  unmittelbar bevor.

Auch ich glaube, dass der Euro-Dollar-Wechselkurs wesentlich früher einen Boden finden wird, als es die meisten Strategen derzeit erwarten. Nicht nur weil die Investoren längst antizipiert haben, dass sich die Geldpolitik in Europa und die in den USA (zunächst) eine Zeit lang  auseinanderentwickeln werden. Sondern auch, weil sich erstens zeigen dürfte, dass die US-Wirtschaft ohne Stützräder rasch an Dynamik verlieren wird. Und zweitens werden in Reaktion hierauf rasch wieder Spekulationen aufkommen über einen abermaligen Ausstieg aus dem Ausstieg der US-Notenbank Fed aus ihrer Politik des exponentiellen Gelddruckens.

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