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10.05.2017

19:18 Uhr

Musterdepots

„Konsolidierung auf hohem Niveau ist schlüssig“

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Stratege Ulf Sommer beschäftigt sich mit dem Thema Absicherungen gegen Kursverluste.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Der Aufwärtstrend an den Börsen ist aktuell sehr dynamisch und stabil, Mittlerweile hat der Dax seine zweiwöchige Rally auf ein Plus von sechs Prozent ausgebaut. Und solange sich wie derzeit viele Anleger mit Optionen und anderen gehebelten Produkten gegen mögliche Kursrückschläge absichern, ist das Potenzial eines Ausverkaufs an den Aktienmärkten auch nur gering. In solchen Fällen gilt dann die alte Börsenweisheit: Abgesicherte Märkte sind nicht nur immun gegen Kursrückschläge; ihn ihnen steckt auch die Kraft für einen weiteren Anstieg.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

In unserem Aktienkernportfolio befinden sich derzeit 15 Einzeltitel, welche auf Basis fundamentaler Kriterien selektiert werden. Mit dem schweizerischen Versicherer Baloise haben wir nur einen Vertreter der Finanzbranche im Portfolio. Die Bankenaktien wurden von uns von Anfang an aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Dies hängt nicht mit den aktuellen Problemen der deutschen oder italienischen Institute zusammen, sondern mit der allgemeinen Undurchsichtigkeit der Bankbilanzen. Neben dieser Grundeinstellung gibt es aktuell einige Faktoren, welche die Profitabilität der Finanzinstitute mittelfristig weiterhin stark unter Druck setzen können. Dazu gehört in erster Linie ein dauerhaftes Niedrig- bzw. Nullzinsenumfeld, welches eine ernste Herausforderung darstellt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Die europäische Berichtssaison läuft auf Hochtouren und gibt noch keine Richtung für die europäischen Aktienmärkte vor. Dieses Szenario konnten wir bereits in den vergangenen Quartalen beobachten. Es scheint, dass momentan viele Investoren damit ausgelastet sind, die Fülle an Quartalszahlen zu interpretieren. Sowohl von der Konjunkturseite, als auch von den Rohstoffmärkten kommen keine Impulse. Daher ist für uns die leichte Konsolidierung auf hohem Niveau schlüssig. Zudem blicken die deutschen Anleger schon gespannt Richtung NRW Landtagswahlen.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Von

som

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

11.05.2017, 13:53 Uhr

Sehr geehrter Herr Sommer,

mag sein, dass viele Anleger Gewinne mitgenommen oder ihr Depot mit Derivaten abgesichert haben. Aber an dieser Stelle sollten wir eine Minute innehalten und nachdenken. Sagt uns nicht jedes Lehrbuch der Ökonomie, dass solche Verkäufe auf die Kurse drücken? Aber einen Rückschlag bei den Kursen haben wir nicht erlebt. Sie selbst sprechen von einem stabilen Aufwärtstrend.

Die Lösung des Rätsels ist einfach. Irgendwo muß es kapitalkräftige Käufer geben. Käufer, die bei den DAX-Werten beherzt zugreifen. Die die Verkäufe der Angsthasen kompensieren und den Index sogar in noch luftigere Höhen treiben.

Wer sind die geheimnisvollen Käufer? Im Inland können sie nicht wohnen, sonst hätten die Sentimentumfragen sie entdeckt. Sind es vielleicht Außerirdische oder die Heinzelmännchen, die sich täglich mit DAX-Werten eindecken? Ihre Kollegen können Sie leider nicht fragen. Von denen weiß keiner, wer oder was die Kurse
treibt.

Aber vielleicht lesen Sie in der heutigen Ausgabe Ihres Blattes den Beitrag von Markus Koch "Die Wall Street packt die Geldkoffer und zielt auf Europa". Dass die Amerikaner in Europa shoppen und die europäischen Aktienindices in die Höhe treiben, weiß ich schon seit langem.

Jetzt brauchen wir nur noch jemand, der uns sagt, wie lange die Amerikaner in Europa shoppen werden. Hören sie vielleicht schon heute Abend damit auf? Oder treiben sie den DAX vielleicht noch 1 000 Punkte in die Höhe? Und wann stellen sie die erworbenen Aktien wieder zum Verkauf?

Herr Dr. Sommer, Sie sind gefordert. Die Banken natürlich auch. Irgendeiner muß doch wissen, wie lange die Amerikaner in Europa shoppen werden und wohin die Karawane als nächstes zieht.

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