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06.04.2015

13:17 Uhr

Musterdepots

Korrektur durch Konjunktur

Der Dax pausiert an Ostern und lässt den Autoren Zeit, das Marktgeschehen aus der Makroperspektive zu betrachten. Daniel Hupfer schaut auf die Konjunktur. Lässt sich aus ihr das perfekte Timing zum Handeln ableiten?

 

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Unser Investmentprozess zur Bestimmung der Anlagestrategie ist überwiegend fundamental geprägt, das heißt im Wesentlichen machen wir unsere Entscheidungen von der Entwicklung konjunktureller Daten abhängig. Der Grund hierfür ist, dass es einen empirisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen Konjunkturdaten und der Performance von Aktien- und Rentenmärkten gibt, der sich im aktiven Asset Management nutzen lässt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Internetblase und der dann folgenden Rezession entwickelten wir ein Konjunkturzyklusmodell, um zeitnah Veränderungen in konjunktur-relevanten Zeitreihen auswerten und interpretieren zu können. Dabei zeigte sich im Laufe der Jahre, dass für Märkte die Veränderung von Konjunkturdaten relevanter ist als das Niveau dieser Daten. So ging beispielweise dem scharfen Rückgang an den Aktienmärkten im Jahr 2008 schon im Herbst 2007 ein Rückgang der konjunkturellen Dynamik voraus, der sich in der taktischen Allokation nutzen ließ.

Allerdings hat die Analyse von Konjunkturdaten nicht überall nur Freunde; zu Recht wird immer wieder darauf verwiesen, dass gerade in den letzten Jahren viele fundamentale Entwicklungen durch geldpolitische Entscheidungen überlagert wurden, so dass auch die Marktentwicklung zuweilen nicht unwesentlich durch geldpolitische Aspekte dominiert wurde.

Und selbstverständlich können Timing-Entscheidungen nicht primär durch die Analyse von Konjunkturdaten getroffen werden. Neue Erkenntnisse hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung bauen sich immer sukzessive auf, und dementsprechend wäre es auch konzeptionell schwierig, allein aus Konjunkturdaten perfekte Timing-Entscheidungen ableiten zu wollen.

Allerdings ist dies auch gar nicht unser Ziel – unsere Überlegung ist auch eine andere: Wenn es nach wie vor gelänge, durch die Analyse von Konjunkturdaten ein gutes Verständnis für die „großen Zyklen“ an den Märkten zu erhalten, wäre dies im Zweifel sogar besser und zielführender als eine hektische Timing-Strategie mit eher kurzfristigem Investmenthorizont.

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