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24.10.2016

08:27 Uhr

Musterdepots

Kurstreiber Notenbanker

Von Anleihen bis Indexfonds horten die großen Notenbanken der Welt Vermögenswerte. Das lässt die Kurse kräftig steigen. Wer jetzt erfolgreich anlegen will, sollte wissen, die Marktnanipulationen zu interpretieren.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtWer an den Kapitalmärkten erfolgreich „investieren“ möchte, muss im Prinzip nur richtig prognostizieren, wie lange die Notenbanken ihre Marktmanipulationen noch ungehindert fortsetzen können – bevor den Blasen am Aktien-, am Anleihen und am Immobilienmarkt die Luft ausgeht. Allein in diesem Jahr weiten die zehn wichtigsten Zentralbanken der Welt ihre Bilanzen so stark aus wie seit 2011 nicht mehr.

Inzwischen besitzen sie laut Bloomberg Vermögenswerte im Volumen von unvorstellbaren 21,4 Billionen Dollar. Allein seit 2007 sind die Bilanzen dabei um mehr als 15 Billionen Dollar aufgebläht worden. Das hat dazu geführt, dass erstmals in der Wirtschaftsgeschichte sämtliche bedeutende Anlageklassen der entwickelten Volkswirtschaften gleichzeitig auf Rekordniveaus getrieben worden sind.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

An der weltweit richtungsweisenden Wall Street lässt sich besonders eindringlich aufzeigen, wie sehr sich etwa die Aktienkurse von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt haben: Nach mehr als siebeneinhalb liquiditätsgetriebenen Haussejahren liegt die Marktkapitalisierung der US-Unternehmen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bei 121 Prozent.

Zum Vergleich: Bevor die US-Notenbank Fed unter ihrem damaligen Vorsitzenden Alan Greenspan ab Mitte der 90er-Jahre damit anfing, immer hemmungsloser mit aus dem Nichts geschaffenen Zentralbankgeld die Börsen aufzupumpen, lag der Wert fast zwei Drittel niedriger – jahrzehntelang.

Unter der Ägide von Greenspanns Nachfolgern Ben Bernanke und jetzt Janet Yellen ist das Verhältnis nach knapp 97 Monaten mit de facto kostenlosem Fed-Geld für die Banken vollends eskaliert. Nie hatte Geldanlage weniger zu tun mit der Entwicklung fundamentalen Wirtschafts- und Unternehmensdaten.

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