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22.04.2015

19:37 Uhr

Musterdepots

Liegt Bill Gross daneben?

Das war eine deutliche Ansage: Starinvestor Bill Gross gab bekannt, dass er Wetten gegen deutsche Staatsanleihen abschließt. Ein Musterdepot-Experte warnt davor – denn lohnenswert waren solche Deals fast nie.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Bill Gross wettet gegen deutsche Staatsanleihen. Das gab der Starinvestor Anfang der Woche bekannt. Der Bondexperte sieht in zehnjährigen Bundespapieren eine „einmalige Leerverkaufsgelegenheit“. Gross erwartet also anziehende Renditen und im Gegenzug fallende Notierungen.

Mit solchen Leerverkäufen können Finanzprofis von nachgebenden Anleihekursen profitieren: Sie verkaufen geliehene Wertpapiere und setzen darauf, dass sie die Anleihen kurz vor der Rückgabe an den Verleiher günstiger am Markt zurückkaufen können. Die Differenz aus dem eigenen Verkaufspreis und dem späteren Rückkaufpreis kann dann zu einem Spekulationsgewinn des „Leerverkäufers“ führen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Doch auch private Investoren können mit geeigneten Instrumenten eine mögliche Trendwende bei deutschen Bonds in Depotrendite ummünzen. Am einfachsten geht das etwa mit speziellen börsengehandelten Anlageprodukten (Exchange Traded Products , ETP) auf einen sinkenden Bund-Future. Denn der Wert des Bund-Futures entwickelt sich tendenziell in dieselbe Richtung  wie die Notierungen zehnjähriger Bundespapiere.

 

Ein spezielles ETP der Commerzbank bildet zum Beispiel spiegelverkehrt und zudem fünffach gehebelt die tägliche Entwicklung des Bund-Futures ab (WKN: ETN0AD). Wegen der anhaltenden Rekordjagd am deutschen Anleihemarkt haben Anleger damit aber allein seit Anfang Januar ein Minus von fast 20 Prozent verbucht. Ich lasse auch weiterhin die Finger von solchen Investments. Zu oft schon in den vergangenen Jahren haben Experten das vermeintliche Ende des Anleihebooms prophezeit – und lagen damit bisher stets daneben.

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