Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.03.2016

14:10 Uhr

Musterdepots

Macht eine Schwalbe in den Staaten einen Sommer?

Da die Fed den nächsten Zinsschritt wieder vertagt hat, lohnt sich zur besseren Prognose ein genauerer Blick auf die US-Wirtschaft. Depotstratege Daniel Hupfer nimmt sich die Zeit und fördert Interessantes zutage.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

In den USA haben in der vergangenen Woche zwei der fünf wichtigsten Frühindikatoren im verarbeitenden Gewerbe für den Monat März einen überraschend starken Sprung nach oben vollzogen und damit den seit Anfang des Jahres 2015 bestehenden Abwärtstrend durchbrochen. Dies sind gute Nachrichten für die US-Wirtschaft, deren Dynamik vor allem aufgrund der schlechten Zahlen im verarbeitenden Gewerbe in den letzten Monaten ins Straucheln geraten ist.

Der letzte Woche veröffentlichte Philadelphia Fed Index stieg von minus 2,8 Punkten im Vormonat auf plus 12,4 Punkte. Der Stimmungsindikator liegt damit erstmals seit vergangenem August wieder über der Expansionsschwelle von null Punkten und auf einem ähnlichen Niveau wie zuletzt im Februar 2015. Nachdem bereits am vergangenen Dienstag der New Yorker Empire State Index von minus 16,6 auf plus 0,6 Punkte kräftig zugelegt hatte scheint es so, als ob zumindest im Nordosten der USA die Industrie wieder Tritt gefasst hat.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Besonders kräftig stiegen in beiden Regionen die Subkomponenten für Neuaufträge und die Aussichten für die kommenden sechs Monate, was auch auf anhaltend gute Bedingungen hindeutet. Bevor am 1. April allerdings der ISM-Index, der die Geschäftsbedingungen im verarbeitenden Gewerbe für die gesamten USA misst, veröffentlicht wird, stehen in dieser Woche noch die Frühindikatoren der Chicago und der Richmond Fed und am 28. März der Index der Dallas Fed an.

Der durch die ölpreisinduzierten Probleme der Fracking-Industrie stark gebeutelte Südwesten der USA dürfte nach der Stabilisierung des Ölpreises in den letzten Wochen auch leichte Erholungstendenzen zeigen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die verbesserte Stimmung in der Industrie tatsächlich als Trendwende interpretiert werden kann, denn schließlich macht eine Schwalbe auch noch keinen Sommer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×